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Aktuell Afrika

Nachbarn sollen Südsudan helfen

Der UN-Sicherheitsrat hat die Nachbarstaaten des Südsudans aufgerufen, bei der Befriedung des Landes zu helfen. Außerdem wurde ein Ende der Kampfhandlungen in der Hauptstadt Juba gefordert.

Man sei auch bereit, über eine Verstärkung der rund 16.000 Personen umfassenden UN-Mission im Südsudan nachzudenken, sagte der Ratsvorsitzende Koro Bessho aus Japan nach einer Sitzung des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen in New York. Die Nachbarstaaten sollten dazu durch die Entsendung eigener Soldaten einen Beitrag leisten.

"Wir nennen keine Namen, aber die Länder der Region sind dazu aufgerufen zu helfen", betonte Bessho. "Wir sehen hier das Ergebnis fehlenden politischen Willens", hatte vor dem Beginn der Sitzung der französische UN-Botschafter François Delattre gesagt.

Kiir und Machar sollen Gewalt stoppen

In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung des Sicherheitsrates werden der südsudanesische Präsident Salva Kiir und sein Stellvertreter, der frühere Rebellenführer Riek Machar, aufgefordert, die Gewalt im Land zu stoppen. Beide sollten sich außerdem an das im vergangene Jahr geschlossene Friedensabkommen halten. Kiir und Machar hatten ihren Ende 2013 begonnenen blutigen Machtkampf offiziell beigelegt und im vergangenen April eine Einheitsregierung gebildet.

Südsudanesischer Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar (Foto: picture-alliance/dpa/P. Dhil)

Präsident Salva Kiir (r.) und Vizepräsident Riek Machar

Die UN-Mission im Südsudan berichtete, zwei ihrer Unterkünfte in der Hauptstadt Juba seien bei den Kämpfen beschädigt worden. "Diese Angriffe gehen weiter als die übliche Verrohung, die wir aus diesem Konflikt kennen", sagte die UN-Botschafterin der USA, Samantha Power. Berichte über mögliche Opfer wurden nicht kommentiert.

Rund 10.000 Bewohner auf der Flucht

Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen (SPLA) und den früheren Rebellen (SPLA-IO) waren zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeit wieder ausgebrochen. Zwischen Freitag und Sonntag wurden nach Regierungsangaben in der Hauptstadt Juba rund 270 Menschen getötet.

Unter anderem das Regierungsviertel in Juba war am Wochenende heftig umkämpft. Am Sonntag konzentrierten sich die auch mit Panzern und Kampfhubschraubern ausgetragenen Gefechte vor allem auf den Süden der Stadt, wo Vizepräsident Machar seine Residenz hat.

Auch am Flughafen Jubas gab es heftige Kämpfe, der Flugbetrieb wurde eingestellt. Die US-Botschaft sprach von Gefechten in der gesamten Stadt. Das US-Außenministerium ordnete in der Nacht zum Montag den Abzug aller Mitarbeiter der Botschaft an, deren Dienste nicht unverzichtbar seien. Rund 10.000 Menschen sind nach Angaben humanitärer Helfer aus dem Südsudan geflohen.

gri/cgn (dpa, afp)

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