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Aktuell Afrika

Nach Terroranschlag: Gauck sichert Nigeria Unterstützung zu

Hunderte Kilometer liegen zwischen Abuja und dem Schauplatz des brutalen Selbstmordattentats im Norden Nigerias. Aber der Terror von Boko Haram überschattet auch den Besuch des Bundespräsidenten in der Hauptstadt.

Joachim Gauck sicherte dem westafrikanischen Land Unterstützung im Kampf gegen die islamistische Terrormiliz und für eine politische und wirtschaftliche Stabilisierung zu. Gemeinsam mit Nigerias Staatschef Muhammadu Buhari verurteilte der Bundespräsident in Abuja den Doppelanschlag in einem Lager für Binnenflüchtlinge im Norden Nigerias, bei dem am Dienstag zwei jugendliche Selbstmordattentäterinnen mehr als 60 Menschen mit in den Tod rissen. Die verschleierten Mädchen hatten sich als Flüchtlinge ausgegeben, um Zugang zu dem Lager in der Stadt Dikwa zu erhalten.

Ausdrücklich würdigte der Gauck den entschiedenen Einsatz Buharis gegen die Boko Haram-Terroristen. Der Bundespräsident mahnte aber zugleich: "Ohne Entwicklung und gute Regierungsführung sind Erfolge gegen den Terror nicht nachhaltig." Die Europäische Union stelle der Afrikanischen Union 50 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Boko Haram bereit. Die deutsche Hilfe für die mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlinge werde fortgesetzt.

Buhari betonte, er hoffe auch für die Wirtschaft seines Landes auf deutsche Unterstützung. Angesichts des Ölpreisverfalls bekräftigte er die Notwendigkeit, mehr auf Landwirtschaft und mineralische Rohstoffe zu setzen. Dabei könnten deutsche Experten und Wissenschaftler hilfreich sein. Gauck bot Unterstützung durch deutsche Firmen an, aber auch Hilfe beim Aufbau eines funktionierenden Rechtsstaats.

Nächste Station: Mali

Am Freitag setzt der Bundespräsident seine Afrikareise mit einem Besuch in Mali fort. In der Hauptstadt Bamako will er mit Vertretern der UN-Friedensmission und mit deutschen Soldaten zusammentreffen. Die Bundeswehrangehörigen sind dort im Rahmen einer Ausbildungsmission und zur Unterstützung der malischen Streitkräfte im Kampf gegen Islamisten im Einsatz. Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Kämpfer gefallen.

qu/cr (dpa)