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Aktuell Deutschland

Nach Terror in Paris: Pegida hofft auf Zulauf

Drei Tage nach dem Blutbad in Paris fordert die islam- und fremdenfeindliche Bewegung Pegida die Grenzen Deutschlands dichtzumachen. Der Aufmarsch in Dresden fiel aber offensichtlich schwächer aus als erwartet.

In Dresden neuer Pegida-Aufmarsch (foto: dpa)

"Aufnahmestopp" und Grenzschließung: Die Scharfmacher der Pediga versammeln sich erneut in Dresden

Der Gründer der Pegida, Lutz Bachmann, hatte seine Anhängerschaft zum Massenprotest aufgerufen: "gegen alle, die den Terror ins Land bringen" wollten, sprich: gegen die Flüchtlinge. Zudem solle man in Dresden bei der traditionellen Montagskundgebung Stellung beziehen gegen die "Willkommenskultur" der Bundesregierung und der Kanzlerin Angela Merkel für hunderttausende Asylbewerber.

Die Pegida-Bewegung ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes") hofft darauf, nach den Terrorangriffen von Paris von allen Stimmungen und Strömungen gegen Flüchtlinge und gegen Muslime profitieren zu können. Wie in Frankreich der rechtspopulistische Front National (FN) unter Marine Le Pen oder in den Niederlanden die fremdenfeindliche Bewegung unter Geert Wilders versuchen auch die Sprecher der Pegida, aus den Ängsten der Bürger politisches Kapital zu schlagen.

Laut ersten Schätzungen der Studentengruppe "Durchgezählt" versammelten sich am Montagabend zwischen 9000 und 12.000 Pegida-Anhänger auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Damit dürfte man nach der Terrorserie von Paris maximal einen leichten Zulauf gewonnen haben. In den letzten drei Wochen lag die Zahl der Teilnehmer etwa in gleicher Stärke.

Nach den Anschlägen der Islamisten auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt im Januar hatte die Pegida mit etwa 25.000 Demonstranten die bisher größte Unterstützung registrieren können.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) hatten davor gewarnt, die Anschläge von Paris politisch zu missbrauchen. Die Politik dürfe nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen werden. Gegen die Pegida gingen am Abend etwa 1000 Menschen auf die Straße.

Auch in Sachsen war am Mittag - wie europaweit - in einer Schweigeminute der Opfer von Paris gedacht worden. Die Flüchtlinge seien genau vor dem Terror weggelaufen, der jetzt Paris wieder eingeholt habe, erklärte anschließend der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth.

SC/qu (dpa, afpe, mdr)