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Sport

Nach Tango jetzt Samba

Auf den lange ersehnten Sieg gegen eine der "großen" Fußball-Nationen muss Deutschland weiter warten. Dennoch haben die Gastgeber beim Confederations Cup als Gruppensieger das Halbfinale erreicht.

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Endlich wieder Grund zum Jubeln:
Gerald Asamoah

Auch ohne ihren Kapitän Michael Ballack hat sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Gruppensieg beim Confederations Cup gesichert, die schwarze Serie gegen die Großen des Weltfußballs aber auch im 13. Anlauf nicht beenden können. Nach der bisher stärksten Turnierleistung erreichte das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann am Dienstag in Nürnberg ein 2:2 (1:1) gegen Olympiasieger Argentinien und spielt nun im Halbfinale am Samstag an gleicher Stätte gegen Brasilien.

Zweimalige Führung reichte nicht

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Einer der besten bei Deutschland: Torschütze Kevin Kuranyi

Vor 44.000 begeisterten Zuschauern im Frankenstadion reichte der deutschen Elf eine zweimalige Führung durch Kevin Kuranyi (29.) und Gerald Asamoah (51.) nicht zum ersten Erfolg gegen den Rivalen seit dem gewonnenen WM-Finale von 1990. Mit herrlichen Treffern sicherten Juan Riquelme (32.) und Esteban Cambiasso (74.) den Südamerikanern wie schon beim letzten Vergleich am 9. Februar in Düsseldorf ein Remis. Wermutstropfen für die deutsche Elf: Bastian Schweinsteiger ist nach seiner zweiten Gelben Karte im Halbfinale gesperrt.

Ohne den für das Halbfinale geschonten "Leitwolf" Ballack und einen Leistungsträger wie Lukas Podolski blieb der erste Sieg gegen ein Top-Ten-Team seit dem 7. Oktober 2000 (1:0 in England) ein Wunschtraum. Doch das tat der Qualität der mit einem Durchschnittsalter von knapp 24 Jahren jüngsten deutschen Elf seit langer Zeit keinen Abbruch. Das Team imponierte mit einer geschlossenen Mannschaftsleitung und überzeugte erstmals auch mit nahezu fehlerfreier Defensivarbeit. Erst in der zweiten Halbzeit ließ der Druck ein wenig nach.

Ohne Fehl und Tadel: Timo Hildebrandt

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Fehlerlos, aber dennoch machtlos: Timo Hildebrand

Nach knapp einer halben Stunde wurde die Klinsmann-Elf für ihre Überlegenheit belohnt. Nach einem abgewehrten Hitzlsperger-Freistoß landete der Ball bei Ernst, dessen Schuss Kuranyi ins argentinische Tor verlängerte. Doch wie so oft in letzter Zeit konnte sich das DFB-Team nicht lange über die Führung freuen. Als Ernst vor der Strafraumgrenze Javier Zanetti zu Fall brachte, zirkelte Spezialist Riquelme den fälligen Freistoß an der Abwehrmauer und dem überraschten Timo Hildebrand vorbei zu seinem dritten Turnier-Tor ins Netz.

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Einer der besten bei Argentinien: Kunstschütze Juan Riquelme (l)

Danach ging die anfängliche Euphorie im deutschen Spiel kurzzeitig verloren. Doch sechs Minuten nach Wiederbeginn sorgte ausgerechnet Asamoah, noch gegen Tunesien als "Chancentod" kritisiert, mit der erneuten Führung für eine Wiederbelebung. Nach einer Ballstafette über Frings und Kuranyi ließ der Schalker German Lux keine Chance. Doch auch die abermalige Führung reichte gegen die individuelle Klasse der Argentinier nicht zum Sieg. 16 Minuten vor dem Ende nutzte Cambiasso, der neben Riquelme zu den besten Argentiniern gehörte, seinen Freiraum eiskalt und überlistete den fehlerlosen Hildebrand mit einem spektakulären Heber aus 16 Metern. Besonders stark auf deutscher Seite: Per Mertesacker, der in der Verteidigung erneut mit gutem Stellungsspiel glänzte, und der fleißige Keven Kuranyi im Angriff.

Bedeutungslos: Tunesien schlägt Australien

Im zweiten Spiel der Gruppe A hat sich Afrika-Meister Tunesien mit einem 2:0-Sieg gegen Australien vom Confederations Cup verabschiedet und Selbstvertrauen getankt für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Kenia. Der Mannschaft des französischen Trainers Roger Lemerre gelang am Dienstagabend vor nur 24.000 Zuschauern in Leipzig durch zwei Tore des eingebürgerten Brasilianers Francileudo Silva dos Santos der einzige Erfolg im Turnier.

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Auch über Tore in einem bedeutungslosen Spiel kann man sich freuen: der Tunesier Santos (l)

Die Australier blieben hingegen auch in ihrem letzten Spiel bei der "Mini-WM" sieglos und müssen um eine Rückkehr nach Deutschland zur WM-Endrunde im kommenden Jahr bangen. Im September bestreitet die Mannschaft von Trainer Frank Farina zwei Playoff-Vergleiche gegen die Salomon-Inseln. Bei einem Erfolg müssten die "Aussies" im November noch gegen den Fünften der Südamerika-Gruppe antreten.