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Aktuell Deutschland

Nach Silvester-Übergriffen: Kölner Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Bei ihnen wurden Handys sichergestellt, auf denen Videos der Silvesternacht gespeichert sein sollen. Die Kölner Polizeiführung gerät nach Veröffentlichung eines internen Berichts immer mehr unter Druck.

Wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet, handelt es sich um zwei Männer mit Migrationshintergrund. Ein Polizeisprecher bestätigte, die 16 und 23 Jahre alten Männer stammten aus Marokko und Tunesien. In dem WDR-Bericht heißt es, auf ihren sichergestellten Handys seien Videos gespeichert, die Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen zeigen.

Bei zwei Drittel der von der Bundespolizei noch in der Silvesternacht festgestellten Tatverdächtigen handelt es sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums um Asylbewerber. Die Bundespolizei habe 31 Verdächtige namentlich identifizieren können, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Unter ihnen seien 18 Asylbewerber, deren Nationalität der Sprecher allerdings nicht aufschlüsselte. Insgesamt seien unter den Verdächtigen neun Algerier, acht Marokkaner, vier Syrer, fünf Iraner, ein Iraker, ein Serbe, ein Amerikaner und zwei Deutsche.

Ihnen werde vorgeworfen, Diebstähle und Körperverletzungen begangen zu haben, teilte der Sprecher mit. Es seien auch drei Anzeigen wegen sexueller Delikte bei der Bundespolizei eingegangen, dazu hätten aber bisher keine Verdächtigen ermittelt werden können. Neben der Bundespolizei war an dem Kölner Einsatz in der Silvesternacht auch die nordrhein-westfälische Polizei beteiligt, die bislang 16 Verdächtige ermittelt hat. Diese stammen nach Angaben eines Kölner Polizeisprechers "weitestgehend" aus dem nordafrikanischen Raum.

Aggressiv und betrunken

In der Silvesternacht hatten sich der Polizei zufolge rund tausend Männer auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz und dem nahe gelegenen Dom versammelt, viele davon aggressiv und betrunken. Aus kleineren Gruppen heraus seien Frauen sexuell angegriffen, bedroht und bestohlen worden. Die Zahl der Strafanzeigen von Opfern der Übergriffe war am Donnerstag auf 121 gestiegen. In Hamburg - wo es an der Reeperbahn ähnliche Vorfälle gab - gingen bislang 70 Anzeigen ein.

Derweil gerät die Kölner Polizei immer mehr unter Druck: Am Neujahrstag hatte sie noch von einer ruhigen Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse gesprochen. Erst am 5. Januar wurde das Ausmaß der Vorkommnisse in der Silvesternacht auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers behauptete dabei, man wisse nicht, um wen es sich bei den Tätern handele.

Am Donnerstag wurde dann ein Einsatzprotokoll eines leitenden Bundespolizisten öffentlich. Darin behauptet dieser, die Verantwortlichen hätten nicht nur das Ausmaß und Dramatik der Lage in der Silvesternacht frühzeitig erkannt haben müssen. Außerdem seien in der Tatnacht etwa 100 als Täter infrage kommende Personen kontrolliert und etliche von ihnen in Gewahrsam genommen worden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die meisten von ihnen Syrer, und unter diesen frisch eingereiste Asylbewerber waren.

mm/haz (dpa, rtr, afp)