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Aktuell Afrika

Nach Putsch in Mali werden Brot und Benzin knapp

Der UN-Sicherheitsrat und die EU haben die Militärrevolte in Mali verurteilt. Während meuternde Soldaten in der Hauptstadt Bamako plünderten, steigen in dem westafrikanischen Land die Preise für Brot und Benzin.

Soldaten der Präsidentengarde fahren Patrouille in Bamako (Foto: AP)

Mali Putsch Militär in Bamako

Nach dem Militärputsch in Mali haben der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Europäische Union die Wiedereinsetzung der gewählten Regierung gefordert. Die EU-Außenminister verurteilten in Brüssel in einer gemeinsamen Erklärung die "Versuche, die Macht in Mali gewaltsam zu übernehmen". Die Minister forderten ein "unverzügliches Ende der Gewalt und die Freilassung von Staatsvertretern, den Schutz der Zivilbevölkerung, die Wiederherstellung der zivilen, verfassungsmäßigen Regierung und wie geplant die Abhaltung demokratischer Wahlen".

Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat in New York den Putsch verurteilt. Auch die USA, Frankreich und Deutschland protestierten gegen den Staatsstreich, der rund einen Monat vor der für den 29. April geplanten Präsidentenwahl verübt wurde.

Präsident Touré "in Sicherheit"

Putschistenführer Amadou Sanogo zeigte sich derweil unbeeindruckt und versicherte, dem gestürzten Präsidenten Amadou Toumani Touré gehe es "sehr gut". Er sei "in Sicherheit". Nach Informationen der BBC hält sich Touré in der Obhut einer Eliteeinheit auf, die der gestürzten Regierung gegenüber loyal sein soll.

Wegen des Militärputsches in Mali rief die Afrikanische Union eine Krisensitzung ein. Angesichts der der unsicheren Lage legten die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank ihre Hilfsprojekte auf Eis.

Berichtet wurde von plündernden Soldaten in der Hauptstadt Bamako. Dort wird es immer schwerer, Lebensmittel zu bekommen. Auch Benzin wird knapp. Die Grenzen des Landes sind geschlossen.

Putschisten Auftritt beim ORTM Fernsehen (Foto: Reuters)

Die Putschisten bei einem TV-Auftritt

Präsidentenpalast attackiert

In der Nacht zum Donnerstag hatten Militärs die Regierung des gewählten Staatschefs Touré für aufgelöst erklärt und den Präsidentenpalast attackiert. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt, eine Ausgangssperre verhängt.

Die Putschisten werfen der alten Regierung vor, zu wenig Härte im Kampf gegen Tuareg-Rebellen im Norden des Landes zu zeigen. Nach Korrespondentenberichten herrscht seit einiger Zeit Unmut in der Armee, weil die Tuareg-Kämpfer mehr und mehr an Boden gewinnen, einige Städte erobert haben und den Regierungstruppen schwere Verluste zufügten.

Die aufständischen Tuareg nutzten unterdessen das Machtvakuum nach dem Putsch und rückten weiter nach Süden vor. Dabei sollen sie mehrere Städte eingenommen haben, die von der abziehenden malischen Armee geräumt worden waren. Unter den Tuareg-Kämpfern sind schwer bewaffnete Rückkehrer aus Libyen, die auf der Seite von Ex-Staatschef Muammar al-Gaddafi in Libyen gekämpft hatten. Etwa 200.000 Menschen sollen nach Angaben von Korrespondenten bereits vor den Tuareg-Kämpfern geflohen sein.

hp/ml/kle (dpa, afp, epd, rtr)