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Bücher

Nach Polizeieinsatz auf der Buchmesse: Börsenverein verurteilt Gewalt

Nach rechter und linker Gewalt, Wortgefechten und "Nazis Raus"-Parolen: Der Börsenverein verurteilt die Tumulte auf der Frankfurter Buchmesse. Die Vorwürfe kommen von beiden Seiten.

"Die Frankfurter Buchmesse lebt von der Vielfalt der Meinungen und ist ein Ort des freien Dialogs", schreibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in einem Statement nach den Vorfällen von Samstagabend auf der Frankfurter Buchmesse. Während der letzten Tage gab es mehrere gezielte Provokationen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen zwischen linken und rechten Gruppierungen.

Polizisten trennen rechte und linke Gruppierungen auf der Buchmesse (picture-alliance/dpa/F. Rumpenhorst)

Polizisten müssen Rechte und Linke voneinander trennen

Ihren Höhepunkt erreichten sie, als Björn Höcke Samstagabend am Stand des rechtsorientierten Verlag Antaios erschien. Der thüringische AfD-Politiker, der kürzlich das Holocaust-Mahnmal in Berlin als "Monument der Schande" bezeichnet hatte, war zu einer Podiumsdiskussion und Lesung des Buchs "Mit Linken leben" gekommen. Medienberichten zufolge waren zwischen 200 - 300 Besucher anwesend, als plötzlich "Nazis raus"-Parolen zu hören waren. Höcke-Unterstützer reagierten darauf mit "Jeder hasst die Antifa"-Rufen. Als es zu Handgreiflichkeiten kam, wurde die Polizei hinzugerufen.

Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage hat bereits vor der weltweiten Bücherschau für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die Messe ausrichtet, hat die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit begründet und zur "aktiven Auseinandersetzung" aufgerufen. Die linke Publizistin Jutta Ditfurth erwiderte darauf auf Twitter:

Vorwurf: "Börsenverein schützt rechte Verlage nicht vor linken Aktivisten"

Am Freitag war es zu einem gewalttätigen Angriff am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit" gekommen. Bei einer Lesung ging ein Zuhörer auf den Verleger des linken Trikont-Musikverlages zu und verletzte ihn leicht.  Auch Nico Wehnemann, Mitglied der antipolitischen Gruppierung "Die Partei" war während einer Gegendemonstration am Stand eines rechtsgerichteten Verlages angegriffen worden.

In der Nacht zu Samstag waren außerdem dem Antaios-Verlag und weiteren Verlagen, die den Neuen Rechten nahe stehen, von Unbekannten Bücher entwendet worden. Diese Verlage warfen dem Börsenverein vor, ihre Stände nicht genug vor linken Aktivisten zu schützen. 


so/pl (dpa, Börsenverein)

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