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Kultur

Nach Morddrohungen der Camorra will 'Gomorra'-Autor Italien verlassen

Nach erneuten Morddrohungen der Camorra will der Autor des Anti-Mafia-Bestsellers "Gomorra", Roberto Saviano, jetzt Italien verlassen. Ende September waren neue Drohungen des mächtigen Casalesi-Clans bekanntgeworden, nach denen die Camorra plant, den Schriftsteller noch in diesem Jahr - eventuell noch vor Weihnachten - zu ermorden. Die Anti-Mafia-Einheiten von Neapel hätten die Ermittlungen verstärkt, hieß es. "Ich bin ein Gefangener meines Buches", sagte der 29-Jährige der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" vom Mittwoch (15.10.20089) zu seiner dramatischen Lage.

Seitdem 2006 sein Dokuthriller über die Mafiaclans von Neapel erschienen ist, führt Saviano ein von der Außenwelt abgeschottetes Leben und steht dauernd unter Polizeischutz. "Ich brauche einfach eine Pause", erklärte Saviano seinen Plan, sein Heimatland zu verlassen. Seit zwei Jahren müsse er ständig die Wohnung wechseln und könne nirgendwo öffentlich auftreten, ohne Angst vor Attentaten zu haben. Es sei der enorme Erfolg, der der Mafia Angst mache, meint der Schriftsteller. Mehr als 1,2 Millionen Exemplare des Anti-Mafia- Buches "Gomorra" (deutscher Titel "Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra") sind bis heute in Italien verkauft worden, in mehr als 40 weiteren Ländern erschien es übersetzt. Die gleichnamige Verfilmung des Buches des italienischen Regisseurs Matteo Garrone geht bei der nächsten Oscar-Nominierung für Italien ins Rennen.