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Aktuell Europa

Nach Messerattacke in Paris ein Islamist festgenommen

Der französische Soldat war in Paris auf offener Straße niedergestochen worden. Vier Tage nach der Messerattacke ist der mutmaßliche Täter - offenbar ein Islamist - gefasst.

Bei dem Festgenommenen handele sich um einen Anhänger eines "traditionalistischen oder gar radikalen Islam": so umschrieb es Innenminister Manuel Valls in Paris. Der 22-jährige Verdächtige sei am Mittwochmorgen in La Verrière westlich der Hauptstadt dingfest gemacht worden.

Bei den Ermittlungen der Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft gelte es mehr über "Werdegang, Umfeld und Motive dieses jungen Mannes" aufzudecken, fügte Valls hinzu. Laut Fahndern war der Festgenommene nicht als Anhänger des Dschihad bekannt, habe sich aber seit drei oder vier Jahren einem fundamentalistischeren Islam verschrieben. Die Frage sei, zu welchem Zeitpunkt er zu einem dschihadistischen Projekt umschwenkte, sagte ein Ermittler.

Der Mann war der Polizei offensichtlich wegen seiner "religiösen Überzeugungen" bekannt. Er war zudem wegen kleinerer Straftaten aufgefallen, darunter Diebstahl.

Nachahmungstäter?

Der französische Soldat war am Samstag bei einer Militärpatrouille im Pariser Geschäftsviertel La Défense von hinten attackiert und mit einem Messer am Nacken verletzt worden. Der 23-jährige Soldat konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Drei Tage vor dem Angriff in Paris war in London ein britischer Soldat auf offener Straße von mutmaßlichen Islamisten brutal ermordet worden.

Bei ihren Ermittlungen wertete die französische Polizei umfangreiches Videomaterial aus. Auf einigen Bildern war laut Ermittlern der Verdächtige kurz vor der Tat beim Beten zu sehen. Die Polizei fand zudem eine vom Täter zurückgelassene Tasche mit einem Messer und einer Flasche. Der Verdächtige konnte unter anderem anhand von DNA-Spuren identifiziert werden.

Innenminister: "Hunderte potentielle Merahs"

Der Angriff hatte in Frankreich Erinnerungen an die Attentatsserie des Islamisten Mohamed Merah vor rund einem Jahr geweckt. Merah hatte bei drei Attentaten im März 2012 im Großraum Toulouse drei Soldaten sowie drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule erschossen. Nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung wurde Merah am 22. März von Elitepolizisten erschossen.

Innenminister Valls sagte am Mittwoch, es gebe in Frankreich "dutzende oder sogar hunderte potentielle Merahs". Er verwies auf kriminelle junge Menschen, die dann über das Internet oder über Kontakt zu radikalen Imamen radikalisiert würden.

SC/ml (afp, rtre, dpa)

fs/jep