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Politik

Nach Merkel-Besuch schlagen Raketen ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu einem nicht angekündigten Besuch im krisengeschüttelten Afghanistan eingetroffen. Wie prekär die Lage am Hindukusch ist, zeigte sich kurz nachdem die Kanzlerin Kundus verließ.

Kanzlerin Merkel mit Bundeswehrsoldaten (Foto: AP)

Kanzlerin Merkel wird im Feldlager Kundus begrüßt

In Begleitung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung landete Merkel am Montag (06.04.2009) unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Feldlager Kundus im Norden des Landes. Dort sind 700 deutsche Soldaten stationiert. Es ist der zweite Besuch der Kanzlerin in dem Land nach 2007. Merkel wolle mit dem zweitägigen Besuch die Leistungen der Soldaten würdigen, sich aber auch ein Bild von den Bemühungen um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Afghanen machen, hieß es. Die Reise war aus Sicherheitsgründen bis zuletzt streng geheim gehalten worden. Am Mittwochmittag wird die Bundeskanzlerin nach Deutschland zurückfliegen.

Kundus wird abermals Ziel von Raketen

Panzersoldat vor Gruppe von Männern (Foto: AP)

Für die Bundeswehrsoldaten wird die Lage am Hindukusch zunehmend prekärer

Nur rund 20 Minuten nach dem Besuch Merkels im Feldlager Kundus wurde ein Raketenangriff auf den Bundeswehrstützpunkt verübt. Wie der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin mitteilte, schlugen kurz nach der Abreise Merkels zwei Raketen außerhalb des Lagers ein. Dabei habe es aber weder Personen- noch Sachschäden gegeben. Merkel sei zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg zum Bundeswehr-Hauptquartier in Masar-i-Scharif gewesen.

Merkel: "Es gibt Hoffnung"

Nach ihrem Besuch im Feldlager Kundus äußerte sich Merkel verhalten optimistisch über die weitere Entwicklung des Landes. "Es gibt Hoffnung", sagte sie. Die Sicherheitslage müsse aber noch weiter verbessert werden. Dabei komme dem Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte große Bedeutung zu. Merkel würdigte vor allem die Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und den Nichtregierungsorganisationen, die sich in der Region Kundus im Norden Afghanistans um den Wiederaufbau des Landes bemühten. Sie erinnerte daran, dass die Soldaten auch in dieser Gegend des umkämpften Landes eine gefährliche Mission zu erledigen hätten. Es ist der zweite Besuch Merkels in Afghanistan nach 2007. Damals traf sie auch mit Präsident Hamid Karsai zusammen.

Zahl der Soldaten wird aufgestockt

Kanzlerin Merkel und Präsident Karsai (Foto: AP)

Bei ihrem letzten Besuch 2007 traf Merkel auch mit Präsident Karsai zusammen (Archivbild)

Derzeit sind rund 3800 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert. Zur Absicherung der Präsidentenwahl in dem krisengeschüttelten Land will die Bundesregierung 600 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch entsenden. Die Wahl soll im August abgehalten werden. Auf dem NATO-Gipfel in Straßburg hatten sich die Mitglieder der Allianz darauf verständigt, bis zu 5000 Soldaten zusätzlich nach Afghanistan zu schicken. Zu den 660 deutschen kommen 900 britische, rund 650 italienische und 450 spanische Soldaten. Auch die Ausbildung der afghanischen Polizei und Armee will die NATO verstärken.

Neues Ehegesetz sorgt für Aufregung

Scharfe Kritik übten die Gipfelteilnehmer an dem neuen afghanischen Ehegesetz, das Frauen diskriminiert. Merkel sprach noch am Wochenende mit Karsai telefonisch über das von ihr heftig kritisierte Gesetz für die schiitische Minderheit des Landes. Einzelheiten des Telefonats teilte das afghanische Präsidialamt nicht mit. Neben Merkel hatten viele andere westliche Politiker das Gesetz als eklatanten Verstoß gegen das Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau verurteilt. Nach Medienberichten räumt das Gesetz schiitischen Männern weitgehende - auch sexuelle - Verfügungsgewalt über ihre Frauen ein. Karsai forderte das Justizministerium inzwischen auf, die Bestimmungen zu überprüfen. (mm/mas/dpa/afp/ap/rtr)

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