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Politik

Nach Hurrikan "Ike": Texaner suchen in Trümmern nach Opfern

Nach dem gewaltigen Hurrikan "Ike" hat Texas die wohl größte Rettungsaktion seiner Geschichte eingeleitet. Hunderte Kilometer US-Küste bis Louisiana sind verwüstet. Der Wiederaufbau wird Monate, wenn nicht Jahre dauern.

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Last exit Galveston: Tausende Helfer wühlen sich an den Stränden durch die Berge von Schutt

Einsatzkräfte in ganz Texas sind in den überfluteten Gebieten und den Schuttbergen unterwegs, um nach den etwa 140.000 Menschen zu suchen, die sich der Zwangsevakuierung widersetzt hatten und in ihren Häusern geblieben waren. Die Geflohenen forderte Gouverneur Rick Perry am Sonntag (14.09.2008) auf, nicht übereilt in ihre Heimatorte zurückzukehren. Die Bürger sollten die offizielle Erlaubnis abwarten, sagte Perry laut "Houston Chronicle". Präsident George W. Bush erklärte 29 Landkreise zum Katastrophengebiet.

Gouverneur: Das Schlimmste ausgeblieben

BdT Hurrikane Ika trifft Texas Samstag 13. September

Überflutete Küstenstreifen bei Crystal Beach

Noch war kein genauer Überblick über das ganze Ausmaß der Zerstörungen möglich. Die Landesbehörden befürchten Schäden in Höhe von 80 bis 100 Milliarden Dollar. Auch aus der Luft versuchten Experten, die Verheerungen des Wirbelsturms abzuschätzen. Die Zerstörung der Infrastruktur ist gigantisch. Millionen Menschen sind ohne Strom. Es werde vermutlich Wochen oder Monate dauern, bis die Versorgung wieder hergestellt sei, so die Energieunternehmen. Erneut wurde deutlich, wie marode das völlig veraltete Elektrizitätssystem in weiten Teilen der Region ist.

Glücklicherweise sei aber der für einige Regionen prophezeite schlimmste Fall nicht eingetreten, gab sich auch Perry optimistisch.

Galveston im Zentrum

Verwüstungen in Texas nach Hurrikan Ike

Aufs Ufer geschleudert bei Galveston

Im Katastrophengebiet sind die Küstenstraßen mit Trümmern und Schiffswracks übersät. Besonders von der Flutwelle betroffen ist Galveston, etwa 30 Kilometer südöstlich von Houston gelegen. Dort bot sich den Helfern ein Bild der Verwüstung. "Wie im Krieg", klagten Bewohner. Zahlreiche Gebäude brannten nieder, andere wurden durch den Hurrikan zerstört. An der Rettungsaktion sollen mehr als 50 Hubschrauber und 1500 Einsatzkräfte beteiligt sein. Heimatschutzminister Michael Chertoff befürchtete vor allem im Raum Galveston die meisten Todesopfer.

Ölmetropole Houston: Schaden in Grenzen

Verwüstungen in Texas nach Hurrikan Ike

Rückkehr versperrt durch Überschwemmungen und Trümmerwüste

"Auch in die Innenstadt von Houston wird niemand hineingelassen. Hier sieht es aus wie nach einem Bombenangriff", beschrieb eine Augenzeugin telefonisch die Lage nach dem Sturm. Der Bürgermeister von Houston, Bill White, appellierte an die US-Regierung, seine Stadt bei der Wiederherstellung der Energieversorgung zu unterstützten. Die texanische Metropole ist mit zwei Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt der USA und gilt als ein Zentrum der US-Ölindustrie. Die Raffinerien und Bohrplattformen sollen laut ersten Erkenntnissen keine schweren Schäden erlitten haben. Senator Kay Bailey Hutchinson erklärte aber dem CBS-Fernsehen, es werde Tage dauern, bis man den Betrieb wieder aufnehmen könne. Der internationalen Ölbörsen reagierten relativ ruhig.

Debatte über Zwangsevakuierungen

In den Medien wurde erneut der Meinungsstreit über eine mangelnde Bereitschaft entfacht, angesichts der akuten Bedrohung Hab und Gut zu verlassen. Helfer und Wissenschaftler beklagten eine "Evakuierungsmüdigkeit". Politiker verteidigten ihre Linie: "Busse statt

Body Bags (Leichensäcke)". Sie vermuteten, die Amerikaner seien leichtsinnig geworden, nachdem "Ikes" Vorgänger "Gustav" glimpflicher verlaufen war als befürchtet.

"Ike" geht die Puste aus

Unterdessen schwächte sich "Ike" nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami zu einem tropischen Tief ab und bewegte sich weiter nach Nordosten. Über dem Binnenland werde "Ike" weiter an Kraft verlieren.

Bei seinem Zug über die Karabik hatte es mehr als hundert Todesopfer gegeben. Die Krisenstäbe im sozialistischen Kuba waren noch nicht in der Lage, das ganze Desaster einzuschätzen. Die Deutsche Welthungerhilfe in Havanna bezifferte den Schaden mit mehr als zehn Milliarden Dollar. (sc)

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