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Aktuell Amerika

Nach Gefangenenaustausch hoffen USA auf Verhandlungen mit den Taliban

Die USA feiern die Freilassung des lange in Afghanistan festgehaltenen US-Soldaten Bowe Bergdahl. Währenddessen bereitet sich der 28-Jährige in Deutschland auf sein Leben in Freiheit vor.

Es sind emotionale Bilder: Nur Stunden nach der Freilassung des US-Soldaten Bowe Bergdahl empfing Präsident Barack Obama die Eltern des Soldaten im Weißen Haus und trat im Rosengarten mit ihnen vor die Presse. Jani und Bob Bergdahl wirkten erleichtert und völlig überwältigt. "Wir werden für Bowe stark bleiben, während er sich erholt", sagte die Mutter, die mehrfach den Tränen nahe war.

Bergdahl in Deutschland

Der nach fast fünf Jahren Taliban-Gefangenschaft in Afghanistan freigekommene US-Soldat befindet sich jetzt in Rheinland-Pfalz, wo er auf sein Leben in Freiheit vorbereitet wird. Der 28-Jährige wurde ins Landstuhl Regional Medical Centre gebracht, wie die US-Streitkräfte berichteten, in das größte Lazarett der Army außerhalb der USA. Der Unteroffizier werde zunächst medizinisch und psychologisch untersucht. Nach der Behandlung soll er in eine Klinik in Texas gebracht werden. Zu seiner Verfassung machte der Sprecher keine Angaben.

Bergdahl war am Samstag im Zuge eines umstrittenen Gefangenenaustauschs der US-Army übergeben worden. Im Gegenzug wurden fünf afghanische Häftlinge aus dem US-Lager Guantánamo Bay auf Kuba nach Katar geflogen, wo sie zunächst ein Jahr lang unter strikter Überwachung leben sollen.

Pentagonchef Hagel verteidigt Häftlingsaustausch

Taliban-Anführer Mullah Omar bezeichnete den Gefangenenaustausch als "großen Sieg". Er gratuliere dem gesamten afghanischen Volk, allen Mudschaheddin und den Familien der befreiten Taliban-Kämpfer, erklärte Omar in einer seiner seltenen Stellungnahmen. Er dankte dem Emir von Katar für seine Vermittlungsbemühungen in dem Fall.

Derweil steigt in den USA die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts mit den Taliban. Der Austausch von fünf Guantanamo-Insassen gegen einen gefangenen US-Soldaten könne möglicherweise eine "neue Brücke für neue Verhandlungen" sein, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel vor Journalisten auf dem Weg zum Luftwaffenstützpunkt Bagram in Afghanistan. "Ob das zu einem neuen Durchbruch mit den Taliban führen kann, weiß ich nicht. Hoffentlich wird es das", sagte Hagel.

Die Taliban hatten die Freilassung der Guantanamo-Häftlinge zur Bedingung für Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung gemacht. Erste Kontakte waren in den vergangenen Jahren immer wieder abgerissen, weil sich die US-Regierung weigerte, die Gefangenen freizulassen.

pg/SC (dpa, afp, rtr)