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Aktuell Nahost

Nach Fall von Kusair breite Offensive der Assad-Truppen

Der baldige Sturz des syrischen Machthabers wird immer wieder vorhergesagt: Nun hat sich Assad unterstützt durch die libanesische Hisbollah aber wieder Luft verschafft. Die Regierungstruppen stoßen Richtung Norden vor.

Syrian army troops patrol in a tank the ruined streets of Dabaa, north of Qusayr, in Syria's central Homs province on June 6, 2013, after government forces seized total control of the former rebel-stronghold. Syria's army recaptured the only Golan Heights crossing on the ceasefire line with Israel, in another setback for rebels a day after they were blasted out of the strategic town of Qusayr. AFP PHOTO / STR (Photo credit should read -/AFP/Getty Images)

Syrien Kusair am 6. Juni 2013 Ruinen Panzer

Der direkte Weg auf die Rebellenhochburg Homs ist frei, die Truppen von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weitgehend wieder das syrisch-libanesische Grenzgebiet im Nordwesten: Nach dem Fall der wochenlang umkämpften Stadt Kusair nahm die Armee die letzten von den Aufständischen gehaltenen Ortschaften Dabaa und Bueida al-Scharkija ein. Dies gelang wieder mit massiver Schützenhilfe der libanesischen Schiiten-Milizen der Hisbollah.

Assad-loyale Einheiten bejubeln die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Kusair (foto: AFP/Getty Images)

Assad-loyale Einheiten bejubeln die Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Kusair

Nach Berichten beider Seiten wurden zahlreiche Rebellen getötet oder gefangengenommen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle im Londoner Exil teilte mit, von "hunderten Zivilisten und Verletzten" in Bueida al-Scharkija gebe es keine Nachricht. Man fürchte das Schlimmste. Ein Kommandeur der Hisbollah hatte zuvor gedroht, die aus Kusair vertriebenen Aufständischen seien in den Ortschaften wesentlich leichter zu schlagen. Aus Kreisen der Rebellen verlautete, man habe zu wenig Waffen gehabt und die Koordination der Kämpfer sei mangelhaft.

Bombenanschlag in Homs

In der nahe liegenden Stadt Homs riss ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe laut Staatsmedien mindestens sieben Menschen mit in den Tod. Der Sprengsatz detonierte in einem Wohngebiet von Alawiten, das als Hochburg von Assad-Sympathisanten gilt. Homs ist gespalten zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Wichtige Nachschubrouten der Rebellen können nach dem Vormarsch Assads nun abgeschnitten werden. Nach Angaben der Opposition zieht die Regierungsarmee auch in der Provinz Aleppo "tausende Soldaten" zusammen, insbesondere im Grenzgebiet zur Türkei, um die Belieferung mit Waffen und Munition zu unterbinden.

Offenbar jagt Syriens Armee ihre Gegner zunehmend auch auf libanesischem Territorium. Flugzeuge und Kampfhubschrauber sollen nach Angaben lokaler Sicherheitsbehörden zum zweiten Mal binnen einer Woche Angriffe auf Ziele im Osten des Libanon geflogen haben. Das Militär verfolgte dort demnach Aufständische, die aus Kusair geflohen waren. Sechs Raketen seien in der Grenzregion von Arsal eingeschlagen.

Kreml beleidigt wegen Golan

Die Zukunft der UN-Mission auf den Golan-Höhen (Undof) blieb derweil weiter unklar. Die Vereinten Nationen lehnten das russische Angebot für eine Beteiligung an dem Undof-Einsatz aus formellen Gründen ab. UN-Sprecher Martin Nesirky sagte in New York, Grundlage der UN-Mission sei das "Entflechtungsabkommen", das die Beteiligung von ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates daran ausschließe. Moskau kritisierte die Ablehnung russischer Blauhelme als Zeichen "veralteter Politik".

Nach heftigen Gefechten zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen in der eigentlich entmilitarisierten Pufferzone hatte Österreich am Donnerstag angekündigt, seine Soldaten abzuziehen. Das Land stellt gut ein Drittel der etwa 900 Soldaten, die seit fast 40 Jahren den Waffenstillstand zwischen Syrien und Israel überwachen.

SC/rb (afp, rtr, dpa)

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