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Aktuell Asien

Nach Fährunglück: Chef der Reederei festgenommen

Mehr als drei Wochen nach dem Untergang der Fähre "Sewol" in Südkorea ist der Chef der Reederei festgenommen worden. Die Suche nach den Todesopfern geht ihrem Ende entgegen.

Die südkoreanische Staatsanwaltschaft wirft dem Manager Kim Han Sik, der die Reederei Chonghaejin Marine leitet, nach Medienberichten fahrlässige Tötung vor. Kim stehe in Verdacht, die Überladung der Unglücksfähre "Sewol" angeordnet oder zumindest von der Überladung gewusst zu haben.

Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass eine Überladung sowie frühere Umbauten an der 20 Jahre alten Auto- und Personenfähre den Untergang der "Sewol" am 16. April mit verursacht haben könnten.

Reederei-Chef Kim Han Sik (Foto: AP)

Reederei-Chef Kim Han Sik

Die Nachrichtenagentur Yonhap hatte unter Berufung auf Ermittler gemeldet, dass die Fähre auf der Unglücksfahrt statt der zulässigen 987 Tonnen Fracht 3608 Tonnen geladen hatte. Die "Sewol" habe gleichzeitig nur 580 Tonnen Ballastwasser geführt - und damit nur 37 Prozent der erforderlichen Menge -, um das Schiff zu stabilisieren. Das Ballastwasser sei zugunsten der zusätzlichen Ladung reduziert worden.

269 Tote geborgen

Die Suchaktionen nach den Opfern des Fährunglücks gehen derweil ihrem Ende entgegen. Die Einsatzkräfte sollten alles tun, um die Suche bis Samstag abzuschließen, forderte Ministerpräsident Chung Hong Won. Bislang wurden die Leichen von 269 Menschen aus dem Wrack und der Umgebung vor der Südwestküste Südkoreas geborgen. 35 Menschen gelten noch als vermisst, für sie gibt es keine Hoffnung mehr. Die Zahl der Überlebenden geben die Behörden jetzt mit 172 an. Bei dem Unglück waren 476 Menschen an Bord, unter ihnen 250 Schüler auf einer Klassenfahrt. Am Dienstag war ein Taucher bei einem Einsatz in dem gesunkenen Schiff ums Leben gekommen.

Vor Reederei-Chef Kim waren wegen des Unglücks bereits vier Verantwortliche des Fährunternehmens sowie der Kapitän und 14 Besatzungsmitglieder der "Sewol" festgenommen worden. Die Katastrophe hatte in Seoul zu einer Regierungskrise geführt. Nach heftiger Kritik von Medien und Angehörigen der Opfer am Krisenmanagement der Behörden hatte Regierungschef Chung seinen Rücktritt angekündigt. Auf Wunsch von Staatspräsidentin Park Geun Hye bleibt er noch so lange im Amt, bis die Bergungsarbeiten an der Fähre abgeschlossen sind.

wl/sti (dpa,afpe)