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Deutschland

Nach Erdrutsch kaum Hoffnung für Vermisste

Bei einem Erdrutsch am Rand eines Tagebausees in Sachsen-Anhalt sind zwei Häuser in die Tiefe gerissen worden. Mindestens drei Menschen werden vermisst. Für sie gibt es wenig Hoffnung auf Rettung.

Teile eines eingestürzten Hauses und einer Strasse (Foto: AP)

Ein Haus wurde bei dem Erdrutsch entzweigerissen

Der Erdrutsch ereignete sich am Samstagmorgen (18.07.2009) in der Gemeinde Nachterstedt, etwa 50 Kilometer entfernt von der Landeshauptstadt Magdeburg. Vermisst werden drei Bewohner eines Doppelhauses - ein Ehepaar und ein Mann, dessen 20-jähriger Sohn ebenfalls im Haus gewesen sein könnte. Das Doppelhaus stürzte in einen riesigen Krater, der sich am Rand des angrenzenden Tagebausees in der früheren Braunkohleregion öffnete. Das Gebäude stand rund 120 Meter vom Seeufer entfernt.

Häuser an der Kante zum Erdloch (Foto: AP)

Bei dem Unglück rutschte den Angaben zufolge eine Fläche auf einer Länge von rund 350 Metern ab, auch eine Straße versank. Außerdem stürzte die Hälfte eines Mehrfamilienhauses in die Tiefe. Die Bewohner dieses Hauses befinden sich in Urlaub.

Weitere Erdrutsche befürchtet

An der Unglücksstelle waren rund 150 Mitarbeiter von Feuerwehr und Hilfsdiensten im Einsatz, darunter auch Angehörige des Technischen Hilfswerks. Weil weitere Erdrutsche befürchtet werden, konnten zunächst jedoch keine Rettungskräfte zu den komplett vom Wasser bedeckten Haustrümmern vordringen.

Teile eines eingestürzten Hauses und einer Straße (Foto: AP)

Mehrere Anwohner durften nicht in ihre Häuser zurück

Nachterstedt ist eine Gemeinde, die zur Stadt Seeland im nordöstlichen Harzvorland gehört. Zu DDR-Zeiten wurde in dieser Region Braunkohle abgebaut. Der Braunkohle-Abbau wurde nach Angaben der Kreisverwaltung des Salzlandkreises im Jahr 1991 eingestellt. Das Fördergebiet wurde geflutet. Aus dem Tagebau-Restloch wurde der Concordia-See, der sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat. Den zurzeit rund 350 Hektar großen See nutzen Schwimmer, Taucher und Wassersportler. Nach dem Unglück wurde er von der Polizei bis auf weiteres gesperrt.

Ursache unklar

In dem Gebiet hatte es in der Nacht geregnet, aber nicht so heftig, dass der Niederschlag als Grund für das verheerende Unglück angenommen wird. Polizei und Kreisverwaltung vermuten einen Zusammenhang mit der früheren Braunkohleförderung. (mas/gri/dpa/afp)