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Wirtschaft

Nach einem guten Start Skepsis in der deutschen Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat einen fulminanten Start ins Jahr hingelegt. Aber Fachleute fragen sich, ob sich dieses Wachstumstempo in den kommenden Monaten halten lässt.

Die ersten drei Monate des Jahren liefen so gut wie lange nicht: Die deutsche Wirtschaft wuchs um 0,7 Prozent. Das gab es seit zwei Jahren nicht mehr für ein Quartal, so die jüngsten Zahlen des deutschen Statistikamts Destatis. Die Verbraucher konsumierten viel, die Unternehmer investierten, und der Staat gibt viel für eine große Zahl eintreffender Flüchtlinge aus. "Die Binnenkonjunktur ist und bleibt die deutsche Wachstumsstütze Nummer eins", so fasst der Chefökonom der VP Bank aus Liechtenstein, Thomas Gitzel, die Lage zusammen.

Symbolbild Einkaufszentrum

Konjunkturstütze Konsum

Schaut man aber in die nähere Zukunft schwindet der ungebrochene Optimismus. "Das Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte im Frühjahr an Dynamik einbüßen", schrieb die Deutsche Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Die staatseigene Förderbank KfW erwartet ebenfalls, alles in allem werde die Wirtschaft im zweiten Quartal voraussichtlich nur um rund ein Viertelprozent wachsen.

Skeptische Börsianer

Auch die Börsianer in Deutschland blicken mit weniger Optimismus auf die Wirtschaft. Das ZEW-Barometer für die Erwartungen in den nächsten sechs Monaten ging überraschend im Mai um 4,8 Punkte auf 6,4 Zähler zurück, so das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag. Das ZEW befragt regelmäßig Analysten und Anleger zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Beobachter hatten zuvor mit einem Anstieg des Index gerechnet.

"Das hohe Wachstum im ersten Quartal dürfte die Finanzmarktexperten überrascht haben. Dass sich die Wirtschaftslage in gleicher Geschwindigkeit weiter verbessern wird, ist aus Sicht der Experten jedoch nicht zu erwarten", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach.

Deutschland Wirtschaftswachstum

Skeptische Finanzfachleute

Optimistische Regierung

Die Einschätzung stimmt mit dem Urteil von deutschen Firmen-Managern überein. Eine DIHK-Umfrage unter 24.000 Firmen zeigt, dass die Unternehmen vor allem skeptisch auf ihr Exportgeschäft blicken "Derzeit fehlen weltweit die Wachstumstreiber", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Das werde auch Deutschland zu spüren bekommen. "Nach dem Turbostart wächst die Wirtschaft in den nächsten Monaten mit gedrosseltem Tempo."

Das Wachstumstempo wird aufs Jahr gerechnet nach Einschätzung des DIHK für einen Zuwachs von 1,5 Prozent reichen. Damit bleiben die Ökonomen des Verbands hinter der Prognose der Bundesregierung zurück, die mit einem Plus von 1,7 Prozent rechnet.

ar/ul (dpa, rtr, afp)

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