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Afghanistan

Nach Doppelanschlag in Kabul: Zahl der Opfer steigt

Die Zahl der Toten bei den gestrigen Anschlägen in Afghanistans Hauptstadt ist auf 23 gestiegen. Die afghanische Regierung verliert zunehmend die Kontrolle über das Land.

 Afghanistan Anschlag in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Rauch steigt auf: Taliban und Sicherheitskräfte hatten sich auf einer Polizeiwache stundenlang Gefechte geliefert

Sie schlugen sowohl in der Hauptstadt Kabul als auch im Osten und im Norden Afghanistans zu – am Mittwoch erschütterten die radikalislamischen Taliban Afghanistan mit einer Serie von Anschlägen und Offensiven. Nach Angaben vom Donnerstag wurden insgesamt mindestens 35 Menschen getötet, weitere 107 verletzt.

Die Mehrheit der Opfer ist in Kabul umgekommen: 23 Menschen starben bei dem Doppelanschlag auf eine Polizeiwache und ein Geheimdienstbüro. Wie viele Zivilisten unter den Toten sind, ist noch unklar. Unter den Angreifern zählen die Behörden sechs Tote. Der Anschlag auf die Polizeiwache ereignete sich um die Mittagszeit: Laut Innenministerium sprengten die Angreifer zunächst ein Auto in die Luft, um dann in die Wache einzudringen und sich mehrere Stunden lang Gefechte mit den Sicherheitskräften zu liefern. Auch der Anschlag auf das Geheimdienstbüro wurde mittags verübt. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor dem Haus in die Luft, ein weiterer wurde erschossen.

Afghanistan Kämpfe in der Provinz Laghman (Reuters/Parwiz)

Afghanische Sicherheitskräfte kämpfen in der Provinz Laghman gegen die Taliban

In der ostafghanischen Provinz Laghman überrannten die Taliban am frühen Morgen einen Sicherheitsposten und brannten das Haus eines Polizeikommandeurs nieder. In der nordafghanischen Provinz Baghlan eroberten sie nachmittags den Bezirk Talawa Barfak, nachdem die Kämpfe zwei Tage angedauert hatten. Baghlan, wo bis 2013 auch die Bundeswehr stationiert war, ist heute eine der am schwersten umkämpften Provinzen.

Die Taliban bekannten sich in einem Tweet zu den Anschlägen, in dem ihr Sprecher Sabihullah Mudschahid die Attentäter als "Märtyrer" bezeichnete. Die islamistischen Rebellen setzen die afghanische Regierung immer mehr unter Druck. Diese kontrolliert Angaben des US-Militärs zufolge nur noch etwa 57 Prozent des Landes.

Der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General John Nicholson, forderte kürzlich einige tausend mehr Soldaten für den internationalen Ausbildungs- und Beratungseinsatz am Hindukusch. Obwohl der Kampfeinsatz seit 2014 offiziell beendet ist, haben die NATO-Staaten wegen der prekären Sicherheitslage immer noch mehr als 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert.

ie/uh   (dpa, afp)