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Kultur

Nach den Anschlägen: Kulturleben in Paris kommt zum Erliegen

In Paris herrscht Ausnahmezustand, das betrifft auch Kultureinrichtungen: Wo sich sonst Besucher tummeln, herrscht Leere. Museen haben ihre Pforten geschlossen, der Aufzug im Eiffelturm steht still.

Paris ist eine der meistbesuchten Metropolen der Welt. Doch im Moment scheint die Stadt an der Seine den Atem anzuhalten. Die Menschen sind geschockt. Auf der Champs Elysées sieht man nur wenige Passanten. Berühmte Museen wir der Louvre oder das Schloss von Versailles, die Oper und Eurodisney haben nach den Anschlägen erst gar nicht aufgemacht. Theater, Konzertsäle und andere kulturelle Veranstaltungsorte im Stadtviertel "Ile-de-France" im Herzen von Paris werden man am Samstag (14.11.2015) aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet, erklärte Frankreichs Kulturministerin Fleur Pellerin.

Verwaiste Ticketkassen

Auch der Eiffelturm, das berühmteste Wahrzeichen der Stadt, der täglich zwischen 15.000 und 20.000 Besucher hat, ist bis auf Weiteres geschlossen, kündigte ein Sprecher der Eiffelturm-Gesellschaft schon am Freitagabend an. Vereinzelt fanden sich Touristen vor den verwaisten Ticketkassen ein, wo sonst lange Schlangen warten.

Die berühmten "Grands Magasins"-Läden wie die Galeries Lafayette hatten nur kurz geöffnet, dann entschied man, die Türen doch wieder abzuschließen. Eigentlich habe man den Willen zum Widerstand demonstrieren wollen, hieß es in einer Verlautbarung des Kaufhauses, doch man könne nicht den gewohnt guten Service garantieren. Die Schaufenster sind schon weihnachtlich dekoriert, doch niemand hält an, um die verlockenden Dinge zu betrachten.

Eine Stadt in Schockstarre

Schaufenster der Galeries Lafayette (Foto: dpa)

Auch die Galeries Lafayette schlossen ihre Tore

Ein ansonsten gut besuchtes Café am Boulevard Haussmann zählte in anderthalb Stunden gerade mal drei Gäste. Zwei Paare aus Belgien, die für einen Wochenendtrip gekommen waren, schlenderten trotzdem durch die verlassene Stadt. "Wir haben Angst, aber wir fahren jetzt nicht nach Hause. Genau das wollen diese Terroristen doch", sagte Jeanine, eine der beiden jungen Frauen.

An der schicken Avenue Montaigne hat das Kino Gaumont Marignan geöffnet – eines der wenigen Lichtspielhäuser überhaupt an diesem Tag. Nur eine Handvoll von Cineasten hat sich eingefunden. "Wir haben Sicherheitspersonal angefordert, aber die Männer sind noch nicht da", sagte die Betreiberin - genauso wenig wie die meisten der Angestellten.

Paris in Schockstarre. Noch am Vorabend gab es überall in der Stadt kulturelle Events und Konzerte. Im Konzerthaus Bataclan hatte die US-Band Eagles of Death Metal gespielt, als Attentäter den Saal stürmten. Über 100 Besucher wurden ermordet. Die kalifornische Band hat laut Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP mittlerweile beschlossen, ihre Europatournee abzubrechen und in die Heimat zurückzukehren.

Viele Musiker zeigten sich sehr betroffen von den Anschlägen in Paris, so bekundete auch die britisch-irische Boygroup "One Direction" bei Twitter ihre Solidarität.

Und Justin Biber habe sein Konzert in den USA abgebrochen und geweint, heißt es bei Twitter - und alle dazu aufgefordert, für Paris zu beten.



suc/kap (afp,dpa)