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Aktuell Welt

Nach dem Papst ist vor dem Papst

Nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. hat die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Die Kardinäle sind nun offiziell aufgefordert worden, sich für die Vorbereitungen auf das Konklave in Rom zu versammeln.

Die entsprechenden Briefe seien vom Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, verschickt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Das Kollegium soll demnach am kommenden Montag um 9.30 Uhr im Vatikan im Neuen Synodensaal zusammentreffen, um die Wahl des neuen Papstes vorzubereiten. An dem Konklave sollen nach Vatikan-Angaben voraussichtlich 115 Kardinäle teilnehmen, unter ihnen sechs Deutsche. Wann es beginnt, ist noch offen. Über den Zeitpunkt soll laut Ansa erst entschieden werden, wenn alle wahlberechtigten Kardinäle in Rom eingetroffen sind. Als sicher gilt jedoch: Der Nachfolger von Benedikt XVI. wird rechtzeitig vor Ostern das Amt übernehmen.

Benedikt XVI. in Castel Gandolfo (Foto: Reuters)

Abgang nach seinem letzten päpstlichen Gruß an die Gläubigen

Sie seien hinsichtlich der Papst-Wahl nicht vorab festgelegt, betonten die deutschen Bischöfe. Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in der vergangenen Woche in Trier seien keine Absprachen getroffen worden, erklärte der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch.

"Einfacher Pilgerer"

Das knapp achtjährige Pontifikat Benedikts war - wie von ihm selbst bestimmt - am Donnerstag um 20 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) zu Ende gegangen. Rund drei Stunden zuvor hatte er mit einem Hubschrauber den Vatikan verlassen. Zugleich begann die Übergangszeit der Sedisvakanz. Auch auf dem Twitter-Account des Papstes herrscht nun der "leere Stuhl Petri". Im Kanal "àPontifex" wurden das Profilbild des 85-Jährigen durch das Symbol des Heiligen Stuhles ersetzt und der Name in "Sede vacante" geändert. Alle Tweets von Benedikt wurden archiviert. Der Account soll zunächst ruhen, bis der neue Papst entschieden hat, ob er auf dem gleichen Kanal weiter twittern möchte.

Video ansehen 02:19

Papst fliegt in den Ruhestand

Benedikt hatte seinen Rücktritt am 11. Februar angekündigt und dies mit seinem fortgeschrittenen Alter begründet. Ihm fehle die Kraft, das Amt auszufüllen. Für die Kirche gilt sein freiwilliger Rückzug als historischer Schritt - und womöglich auch als wegweisend für künftige Päpste. Der Deutsche ist seit Jahrhunderten der erste Papst, der bereits vor dem Tod aus dem Amt schied.

Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in der Residenz Castel Gandolfo südlich von Rom will Benedikt seinen Lebensabend zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan verbringen. Er beginne nun die letzte Wegstrecke seines Lebens als "einfacher Pilgerer", sagte er bei seinem letzten öffentlichen Auftritt.

sti/wa/GD (dpa, ap, afp)

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