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Nach dem Kalender leben

Für sehr viele Menschen ist er in der heutigen Zeit unverzichtbar: der Kalender. Bis zur modernen, elektronischen Form hat er eine interessante Geschichte durchlaufen. Nur das ursprüngliche Wort hat sich kaum geändert.

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Nach dem Kalender leben

Wer zu den ganz wichtigen Leuten gehört, braucht demnächst einen neuen „Time-Manager“, denn das Jahr geht zu Ende. Ein Terminplaner tut es allerdings auch. Oder ein Wochen-Terminbuch. Wer jedoch ein richtiger Chef oder eine richtige Chefin ist, bei dem oder der darf’s dann auch gern ein Chef-Timer sein. Egal, um welche Ausführung es sich handelt, ob jemand Chef, Chefin oder normaler Angestellter ist: In einen Kalender kann man etwa eintragen, dass man am 3. Januar um 14.30 Uhr am Airport sein muss, weil die Besprechung in Hamburg schon um 17.00 Uhr beginnt, oder dass man am Sonntagabend zum Geschäftsessen mit einem wichtigen Kunden im teuersten Restaurant der Stadt verabredet ist.

Völlig out: „Tagweiser“ oder „Jahresrechnung“

Ein Notizzettel auf einer Laptop-Tastatur mit Terminen: 6 Uhr Aufstehen, 7 Uhr 30 Kinder, 8 Uhr bis 18Uhr Job, 18Uhr30 Kinder, 20 Uhr Ehe

Auch eine Form eines Tageskalenders …

Die Begriffe „Airport“ und „Time-Manager“ klingen irgendwie gut, oder? Das hört sich doch aufregender an als „Flughafen“ und „Kalender“. Nehmen wir uns dennoch mal den Begriff „Kalender“ vor, der ursprünglich kein deutsches Wort ist, sich aber in der deutschen Sprache schon vor Jahrhunderten festgesetzt hat. Versuche, den Begriff durch „Tagweiser“ oder „Jahresrechnung“ zu ersetzen, schlugen fehl.

Allerdings wird gerade in diesen Ausdrücken deutlich, was die Funktion eines jeden Kalenders ist, nämlich eine zeitliche Orientierung zu ermöglichen. Ob Taschen-, Abreiß- oder Wandkalender: Kalender erinnern, lassen uns planen, vormerken, und manchmal tragen sie sogar zur Vorfreude auf ein ganz bestimmtes Ereignis bei. Zum Beispiel erfahren wir, dass es nur noch zwei Wochen bis zum Urlaub sind oder nur noch wenige Tage bis Weihnachten.

Kleine Überraschungen im Adventskalender

Für die Zeit vor dem „großen Fest“ gibt es – schon seit längerem und nicht nur für Kinder – den Advents­kalender. Hinter 24 Fenster­chen und Türchen verbirgt sich eine Überraschung. Jeden Tag darf eins aufgemacht werden. Und wenn das letzte Türchen geöffnet ist, ist Weihnachten. Wieso eigentlich?

Nun, wir könnten jetzt eine verwirrende Abhandlung über Mondjahr, Sonnenjahr, metonischen Zyklus und die Lunisolarjahresrechnung der Babylonier halten – um nur einige astronomische Berechnungsarten vorzustellen, mit denen die Zeit festgesetzt beziehungsweise eingeteilt wurde. Aber dazu später. Zunächst schauen wir uns erst mal die Geschichte des Wortes „Kalender“ an.

Woher kommt das Wort?

Schmale Mondsichel des Neumonds

Grundlage des Mondkalenders: der Neumond

Sie beginnt, wie so oft, in der Antike, bei den Griechen und den Römern. Diese hatten bestimmte Personen, die den Monatsbeginn öffentlich ausriefen. Im Griechischen hieß „ausrufen“ „kalein“ und im Lateinischen „calare“. Und so kam man schnell zu dem Wort „calendae“, was dann gleichbedeutend für Monatsbeginn verwendet wurde.

Daraus entwickelte sich mit der Zeit der Begriff „Kalendarium“, ein Verzeichnis aller Tage des Jahres und gleichzeitig eine Art Schuldbuch. In diesem waren die Tage verzeichnet, an denen Schuldner Geld an die Geldverleiher zurückzahlen mussten. Zurück nun zur Zeitrechnung.

Kalender über Kalender

Diese richtet sich nach der Sonne beziehungsweise dem Mond. Sonnenkalender orientieren sich daran, wie lange die Erde braucht, um die Sonne zu umkreisen, also zwischen 365 und 366 Tagen. Grundlage der Mondkalender sind die Mondphasen. Wenn der „neue Mond“ am Himmel erschien, begann für diejenigen, die sich danach richteten, ein neuer Monat.

Der römische Kaiser Julis Caesar übernahm aus dem ägyptischen Sonnenkalender, in den durch vier teilbaren Jahren einen zusätzlichen Tag einzuschalten. Dadurch dauerte das Jahr im Durchschnitt 365,25 Tage. Dieser Julianische Kalender, der im Jahr 46 vor Christus eingeführt wurde, war aber um genau 0,0078 Tage zu lang. Bis zum Jahr 1582 summierte sich das auf immerhin zehn Tage. In diesem Jahr ließ Papst Gregor XIII. den Kalender Caesars reformieren. Auf den 4. folgte direkt der 15. Oktober 1582. Seit diesem denkwürdigen Datum rechnen wir mit dem Gregorianischen Kalender, nach dem ein Jahr exakt 365,2425 Tage dauert.

Ein Kalender ist nur ein Hilfsmittel

In dieser Zeit wurde auch der 1. Januar als Beginn eines neuen Jahres festgesetzt. Bis dahin fing das Jahr zu unterschiedlichen Terminen an. Der Gregorianische Kalender wurde von vielen Ländern in der Welt übernommen.

Ein Geschäftsmann am Flughafen in Eile

Ob man den Flieger rechtzeitig erreicht, ist unabhängig vom Kalender

Um die Zukunftsplanung präzise gestalten zu können, sei noch angemerkt, dass der Gregorianische Kalender so genau ist, dass sich erst nach 3000 Jahren eine Abweichung von einem Tag ergibt. Das wird nun aber keinen Einfluss darauf haben, ob man rechtzeitig zum Flughafen kommt. Auch ein sehr sorgfältig geführter Terminkalender, die exakteste Uhr sind ja nur Hilfsmittel, um uns in der Zeit zurechtzufinden, die ohnehin relativ und deshalb nur willkürlich messbar ist.

Kalenderweisheiten

Und was auch kein Chef-Timer, Time-Manager oder elektronischer Kalender in unseren Smartphones, Tablets oder E-Mail-Konten hat, sind die unverrückbar gültigen Wahrheiten, die sich auf den Rückseiten von Abreißkalendern oder Kalenderblättern finden. Gemeint sind zum Beispiel Sinnsprüche oder die guten alten Bauernregeln. Wie jene tiefe Grundwahrheit, die man sich besonders dann, wenn’s aufs Jahresende zugeht, unbedingt merken sollte: „Wenn’s an Silvester stürmt und schneit, ist das Neujahr nicht mehr weit.“




Arbeitsauftrag
Besorgt in eurer Lerngruppe einen Kalender. Jede / jeder von euch trägt nun zu einem Datum irgendeine zu erledigende Aufgabe ein – wie zum Beispiel „Besuch bei der Oma“, „Geschäftsessen mit Kunden“, „im Garten arbeiten“ oder Ähnliches. Verteilt anschließend die Daten untereinander. Jede / jeder denkt sich nun eine kleine Geschichte aus und macht sich schriftlich ein paar Stichpunkte. Zuletzt tragt ihr diese Geschichte in freier mündlicher Rede vor.

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