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Aktuell Europa

Nach dem Brexit-Votum: Run auf irische Pässe

Not macht erfinderisch: Nach dem Brexit-Schock ist die irische Staatsbürgerschaft für viele Briten eine gute Option, Bürger der Europäischen Union zu bleiben.

Tausende Briten bemühen sich um einen irischen Pass, damit sie auch nach dem britischen EU-Austritt Bürger der Europäischen Union bleiben. In Nordirland seien die dafür notwendigen Antragsformulare in den Post-Filialen vergriffen, und in der irischen Botschaft in Dublin seien über 4000 Wünsche auf Erteilung der Staatsangehörigkeit eingegangen, hieß es in diplomatischen Kreisen in Dublin.

Ansturm lähmt Behörden

Irlands Außenminister sah sich genötigt, um Zurückhaltung zu bitten: Der Ansturm könne die Behörden lähmen, so dass diejenigen Anwärter in Schwierigkeiten kämen, die wirklich dringend einen Pass brauchten. "Das gestiegene Interesse zeigt deutlich, dass einige britische Bürger sich sorgen, dass sie plötzlich ihre Rechte als EU-Bürger verlieren", sagte Charles Flanagan. Das sei "in absehbarer Zukunft" aber nicht der Fall. Eine Sprecherin der zuständigen britischen Behörde sagte, besonders in Nordirland gebe es eine "ungewöhnlich hohe Zahl von Antragstellern".

Von Geburt an Ire?

Alle vor dem 1. Januar 2005 in der britischen Provinz Nordirland Geborene haben Anrecht auf die irische Staatsbürgerschaft. Das gilt auch für Personen, deren Eltern in Irland geboren wurden oder die einen Elternteil haben, der zum Zeitpunkt ihrer Geburt die irische Nationalität hatte. Unter bestimmten Umständen reichen auch irische Großeltern. Laut der vom irischen Außenministerium angeführten Volkszählung von 2011 gab es in Großbritannien 430.000 gebürtige Iren. Jeder vierte Bürger hat demnach irische Wurzeln.

pab/uh (dpa, rtr)