Nach Brand in pakistanischer Textilfabrik: Hinterbliebene erhalten Rente | Aktuell Asien | DW | 22.01.2018
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Entschädigung der Hinterbliebenen

Nach Brand in pakistanischer Textilfabrik: Hinterbliebene erhalten Rente

Für Menschenrechtler ist es ein Durchbruch: Die Hinterbliebenen eines Brands mit mehr als 250 Toten in einer pakistanischen Textilfabrik erhalten eine Rente. Zahlen muss ein deutsches Unternehmen, das dort produzierte.

Pakistan Karachi Textilfabrik Brand Feuer (Foto: picture-alliance/dpa)

Der verheerende Brand brachte viele Arbeiter in Existenznot

Fünf Jahre dauerte der Streit, bis sich die Vertreter von Unternehmen, Staat, Gewerkschaften und Opfern auf die genauen Modalitäten der Entschädigungsrenten verständigten. Nun hätten die Verhandler endlich einen Durchbruch bei der Auszahlung der Renten erzielt. Das teilte das entwicklungspolitische Netzwerk Inkota in Berlin mit.

Die deutsche Einzelhandelskette Kik hatte in der Fabrik produzieren lassen. Die fünf Millionen US-Dollar, die der Textildiscounter für den Brand in seiner Fabrik Ali Enterprises bereitgestellt habe, können laut Inkota nun verteilt werden. Demnach erhalten ein Hinterbliebener eine monatliche Rente von umgerechnet 55 Euro, eine Witwe mit zwei Kindern umgerechnet 96 Euro im Monat. 

"Dringend regulierende Abhilfe schaffen"

Berndt Hinzmann von Inkota und der Kampagne für Saubere Kleidung kritisierte, dass die Verhandlungen trotz Vermittlung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) so lange dauerten. Jahrelang habe es geschienen, als seien die Opfer des Fabrikbrandes von Unternehmen und Politik einfach im Stich gelassen worden, beklagte er. "Es bestehen keine etablierten internationalen Verfahren, die eine schnelle und zügige Regelung zugunsten der Betroffenen ermöglichen", sagte er. "Das muss sich dringend ändern." Hinzmann betonte: "Für die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, und für deren Rechte muss hier dringend regulierend Abhilfe geschaffen werden."

Der pakistanische Opfervertreter Karamat Ali erklärte: "Wir wissen genau, dass wir weiter für das Recht auf eine lebenslange Rente kämpfen müssen." Er forderte eine ausreichende soziale Sicherung sowie bessere Sicherheits-Inspektionen in Betrieben.

Bei dem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Pakistan am 11. September 2012 starben rund 250 Menschen, viele Arbeiter verloren ihre Existenzgrundlage. Das Unglück und der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch 2013 mit mehr 1100 Toten hatten Diskussionen über die Produktionsbedingungen in den Textilfabriken ausgelöst, aus denen westliche Handelsketten ihre Ware beziehen.

sam/fab (AFP, epd)