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Flammeninferno in Kalifornien

Nach Brand in Kalifornien steigt die Zahl der Toten auf 33

Nach dem Feuer bei einer Party im kalifornischen Oakland hat die Feuerwehr inzwischen 33 Leichen geborgen. Noch immer werden mehrere Menschen vermisst. Die Brandursache ist weiter unklar.

Bisher habe man ein Drittel des Lagerhauses durchsucht, sagte ein Polizeisprecher in Oakland in den USA. Die Ermittler vermuten in dem zerstörten Gebäude weitere Opfer. Offenbar wurde das Lagerhaus illegal genutzt, eine Genehmigung für die Party gab es nicht. Die Feuerwehr spricht vom tödlichsten Brand in der Geschichte der Stadt. 

Bis zu 100 Partygäste 

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Die Flammen hatten über Stunden gewütet und das Gebäude erheblich zerstört. Das Dach stürzte ein, woraufhin auch die zweite Etage in Teilen einbrach. Das Feuer in dem zweistöckigen Gebäude war in der Nacht zum Samstag ausgebrochen. Wie es dazu kam, ist noch unklar. Bilder aus der Nacht zeigten, wie große Flammen aus dem Lagerhaus schlugen. Mehr als 70 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Die Behörden richteten eine Anlaufstelle für Angehörige ein. Berichten zufolge befanden sich zwischen 50 und 100 Menschen auf der Party.

Noch sei nicht bekannt, wo genau das Feuer ausgebrochen sei, so die Behörden in Oakland. Es habe keine klar markierten Ein- oder Ausgänge gegeben. Eine selbstgebaute Treppe aus Paletten habe in den ersten Stock geführt. Wegen der baulichen Veränderungen sei es sehr schwer gewesen, vor den Flammen zu fliehen. Zudem sei das Gebäude mit allerhand Möbeln und anderen Gegenständen vollgestopft gewesen, wodurch die Löscharbeiten erschwert worden seien. Ein Feuerwehrmann sagte: "Es war fast wie ein Labyrinth." Den Angaben zufolge gab es keine Sprinkleranlage. Zeitweise hätten die Feuerwehrleute ihre Arbeit unterbrechen müssen, weil sich die Flammen zu schnell durch das Gebäude gefressen hätten. 

Nach Aussagen von Feuerwehrleuten war das Gebäude mit Möbeln und Hausrat vollgestopft (Foto: Reuters/S. Lam)

Nach Aussagen von Feuerwehrleuten war das Gebäude mit Möbeln und Hausrat vollgestopft

Rettungskräfte hatten am Samstagvormittag (Ortszeit) eine Liste mit 25 Vermissten veröffentlicht. Nur wenige Menschen seien nach dem Brand in Krankenhäuser eingeliefert worden. "Es scheint so, als ob die Menschen es entweder nach draußen geschafft haben oder gar nicht", sagte Polizeisprecher Kelly. Nach Angaben der Behörden gab es zwei Ausgänge. Die meisten der neun Toten hätten im zweiten Stockwerk gelegen, sagte Feuerwehrchefin Teresa Deloach-Reed. 

Schon Untersuchung durch Behörden 

Laut der Zeitung "East Bay Times" lebten rund 50 Menschen in dem Gebäude. Künstler nutzten Räume als Ateliers. Die Stadt Oakland hatte Mitte November eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es Beschwerden über eine illegale Nutzung gegeben hatte. Man habe jedoch seither nicht klären können, ob Menschen in dem Haus lebten, da sich der zuständige Ermittler keinen Zugang verschaffen konnte, sagte Darin Ranelletti von der Planungsbehörde der Stadt. Das Gebäude durfte demnach lediglich als Lagerhaus genutzt werden. Eine Party in dem Gebäude hätte einer Zulassung bedurft, fügte Ranelletti hinzu. Eine solche habe es jedoch nicht gegeben. 

Die Ermittler riefen Angehörige dazu auf, DNA-Quellen von vermissten Freunden oder Familienmitgliedern bereitzustellen, um die Identifikation zu erleichtern. Ein Seelsorger kümmerte sich um wartende Angehörige. Das örtliche NBA-Basketballteam der Golden State Warriors kündigte eine Spende von 50.000 Dollar (rund 47.000 Euro) für die Familien der Opfer an. 

sti/hk/kle (afp, dpa, rtre, ape)