1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Nürburgring hofft auf Lösung des Streits

Die Zukunft der Formel 1 ist weiter ungewiss. Nach wie vor streiten sich acht Teams und der Automobil-Weltverband FIA über Kostensenkungen. Die drohende Spaltung sieht Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz kritisch.

Blick auf den Nürburgring mit Boxengasse, Fahrerlager und der Ruine der Nürburg im Hintergrund (Quelle: Nürburgring GmbH)

Der Nürburgring in der Eifel

Red Bull-Pilot Sebastian Vettel beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone (AP Photo/Luca Bruno)

Sebastian Vettel soll die Fans an den Nürburgring locken

Eine ganze Region fiebert dem 12. Juli entgegen. Dann steigt auf dem Nürburgring in der Eifel der Große Preis von Deutschland. Zum Rennwochenende werden bis zu 300.000 Fans erwartet – trotz des eskalierenden Streits in der Formel 1. Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz hält es mit dem Motto "Any promotion is good promotion". Sinngemäß also: Auch eine schlechte Werbung ist besser als gar keine Werbung. Kafitz glaubt daher nicht an negative Folgen für den einzigen Grand Prix in Deutschland in diesem Jahr: "Man wird darüber reden, dass am 12. Juli die Formel 1 am Nürburgring ist. Und jetzt, wo der Vettel in Silverstone gewonnen hat, hoffe ich, dass man sagt: Mensch, da will ich unbedingt dabei sein."

Hoffen auf den Vettel-Effekt

Walter Kafitz, Geschäftsführer Nürburgring GmbH

Walter Kafitz, Nürburgring-Geschäftsführer

Der souveräne Sieg des deutschen Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel in England und die zunehmende Spannung im Kampf um die WM-Krone mit dem Briten Jenson Button dürfte die Kartennachfrage tatsächlich deutlich anheizen. Und dann werden ja auch noch mit Nico Rosberg, Timo Glock, Nick Heidfeld und Adrian Sutil vier weitere Formel-1-Fahrer aus Deutschland am Start sein. Dennoch sieht Kafitz die drohende Spaltung mit großer Sorge: "Beide Seiten, also die Hersteller und die FIA mit ihrem Präsidenten Max Mosley, verfolgen das gleiche Ziel, nämlich die Kostensenkung in der Formel 1. Da ist es für mich schwer verständlich, das man sich nicht in der Lage sieht, eine Einigung herbeizuführen."

In der vergangenen Woche hatten die acht in der Teamvereinigung FOTA zusammengeschlossenen Rennställe um Ferrari, BMW-Sauber und McLaren-Mercedes ihre Einschreibung für die Formel-1-Saison 2010 zurückgezogen und die Gründung einer eigenen Rennserie angekündigt. Ursächlich ist die von der FIA beschlossene Budgetobergrenze. Der Dachverband will die Teams zwingen, nicht mehr als 45 Millionen Euro pro Saison auszugeben. Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone und FIA-Chef Max Mosley wollen die Abspaltung unbedingt verhindern und kündigten eine Prozessflut an. "Persönliche Dinge spielen da mit Sicherheit auch eine Rolle", meint Walter Kafitz. "Aber ich denke, nur der Weg, um ans Ziel zu kommen, der wird unterschiedlich gesehen."

"Formel 1 kostet mehr als sie einbringt"

Der finische Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen während eines Boxenstopps beim Training im Juli 2007 auf dem Nürburgring. Foto: Arthur Thill, Picture-Alliance / ASA

Stopp für die Formel 1?

Zwei parallele Rennserien hält der Nürburgring-Geschäftsführer "durchaus für vorstellbar". Er verweist aber auf ein abschreckendes Beispiel aus den USA. Dort hatte sich Mitte der 90er Jahre die Indy Racing League von der US-Cart-Serie gelöst. "Man hat sich gegenseitig die Zuschauer und die Butter vom Brot genommen, so dass am Ende jeder weniger hatte als vorher. Und das darf in der Formel 1 nicht passieren." Sollte die Königsklasse des Motorsports auseinanderbrechen, befürchtet Kafitz keine wirtschaftlichen Nachteile für den Nürburgring, "denn die Formel 1 kostet mehr Geld als sie einbringt. Wir sind zudem die Rennstrecke mit den meisten Veranstaltungen weltweit. Wir hätten also mit Sicherheit Ersatzmöglichkeiten der Nutzung." Aber die Region würde massiv an Einnahmen verlieren, "und imagemäßig wäre es natürlich schlimm für uns."

Der Vertrag des Nürburgrings mit den Formel-1-Rechteinhabern läuft noch bis 2011. Doch gebe es keine Exklusivität mit Niemandem, auch nicht mit der Formel 1, betont Kafitz: "Ich hoffe aber immer noch, dass sich die Vernunft durchsetzt und man sich einigt."

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Calle Kops

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema