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Reise

Närrisches Treiben soll gut geschützt werden

Am 23. Februar beginnt der Straßenkarneval in vielen deutschen Städten mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Zum Schutz vor Terroranschlägen werden Fahrzeugsperren und mehr Polizei zum Einsatz kommen.

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf wie auch in Köln werden einige Straßen an den tollen Tagen mit großen Fahrzeugen, Containern und Betonblöcken abgesperrt. Auch Bonn, Essen und zahlreiche andere Städte planen Fahrzeugsperren. So soll verhindert werden, dass ein Täter einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuert - wie bei den Anschlägen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt und auf der Uferpromenade in Nizza geschehen. "Trotzdem möchten wir den Menschen natürlich ein fröhliches Feiern ermöglichen", sagt Susanna Heusgen, Sprecherin der Düsseldorfer Polizei. An einigen Stellen sollen Beamte mit Maschinenpistolen bereitstehen. Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko.

Deutschland Tanz der Marktfrauen Viktualienmarkt München (picture-alliance/dpa/P. Kneffel)

Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt in München

Darauf verweisen auch die Polizei in Nürnberg und anderen bayerischen Städten vor dem Faschings-Wochenende. Züge abzusagen, sei vor diesem Hintergrund nicht nötig. Ein mögliches Lkw-Fahrverbot für Teile der Düsseldorfer City wird nach Angaben der Stadt derzeit noch geprüft.

In Köln ist dies dagegen schon beschlossene Sache: Am Karnevalsonntag und Rosenmontag dürfen Lastwagen über 7,5 Tonnen nicht in die Innenstadt fahren. Weitere Details zum Sicherheitskonzept wollen Stadt, Polizei und das Festkomitee Kölner Karneval am Donnerstag vorstellen.

Unser Kulturkalender für Februar (Bildergalerie) (picture-alliance/dpa)

Fröhliche Jecken vor dem Kölner Dom

Schon im vergangenen Jahr hatten viele Städte an Karneval verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Allein an Weiberfastnacht waren in der Domstadt 2500 Polizisten auf der Straße, um ähnliche Vorfälle wie in der Silvesternacht 2015/16 zu verhindern.

Dass wegen der Terrorangst weniger Menschen an Karneval auf die Straße gehen werden, glaubt der Psychologe Stephan Grünewald aus jetziger Sicht nicht. "Karneval ist ein Fest des rauschhaften Vergessens. Man will sich von der Schwere befreien und in eine konsequenzlose Verwandlung eintauchen", sagt der Mitbegründer des Kölner Marktforschungsunternehmens Rheingold-Institut. "In schlechten Zeiten wollen die Menschen erst recht Karneval feiern." 

Bei ihren Kostümen sollten Karnevalisten auf täuschend echt aussehende Spielzeugwaffen verzichten. "Niemand soll aus Angst auf seine Teilnahme am Straßenkarneval verzichten müssen", sagte Henriette Reker, Kölns Oberbürgermeisterin.

isi/ch (dpa)