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"Harvey" in Texas und Louisiana

Nächliche Ausgangssperre in Houston soll Plünderer stoppen

Neben den katastrophalen Überschwemmungen durch Tropensturm "Harvey" gibt es in der Metropole Houston erste Berichte über Plünderungen und Raubüberfälle. Die Behörden versuchen - so gut es geht - dagegenzuhalten.

Larry Koser (li.) fährt mit einem Boot durch seine Wohnung im Westen Houstons, um zumindest wichtige Papiere zu retten (FOTO: Getty Images/E. Schlegel)

Larry Koser (li.) fährt mit einem Boot durch seine Wohnung im Westen Houstons, um zumindest wichtige Papiere zu retten

Houstons Bürgermeister Sylvester Turner hat eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie gilt von Mitternacht bis 05.00 Uhr morgens (7 bis 12 Uhr MESZ). Außerdem sollen Polizisten aus anderen Regionen aushelfen. Für wie viele Tage die Ausgangssperre gelten soll, war zunächst unklar. Houstons Polizeichef Art Acevedo nannte die Sperre notwendig: "Es hat Plünderungen gegeben", sagte er. Bewaffnete Diebe versuchten die Lage auszunutzen, während tausende Menschen in Notunterkünften warteten, dass das Wasser zurückgehe.

Höchste Regenmenge seit 1978

An der Wetterfront ist nach wie vor keine Entspannung in Sicht, bis Donnerstag wurden weitere ergiebige Regenfälle erwartet. Die Meteorologen rechnen mit bis zu 30 Zentimeter Regen zusätzlich. Dies dürfte zusätzlichen Druck auf die Dämme und Entwässerungssysteme der Stadt ausüben. Nahezu ein Drittel von Harris County - ein Landkreis mit etwa fünf Mal der Fläche Berlins - steht der Zeitung "Houston Chronicle" zufolge unter Wasser. In Houston richteten die Behörden rund 19.000 Notübernachtungsplätze ein. Dies dürfte jedoch nicht ausreichen, da immer noch Tausende Menschen vor den Wassermassen fliehen. Einige Häuser stehen nach Angaben der Küstenwache komplett unter Wasser. Sie appellierte an die Bewohner, die auf den Dächern festsitzen, in der Dunkelheit mit den Lichtern ihrer Handys auf sich aufmerksam zu machen.

Die US Coast Guard befördert Bewohner per Boot durch die Straßen von Houston (Foto: Getty Images/S. Olsen)

Küstenschutz mitten in Wohngebieten: Die US-Metropole Houston Ende August 2017

"Harvey" stellte laut Meteorologen einen neuen Niederschlagsrekord für die USA auf. Am Salzwasserkanal Cedar Bayou an der texanischen Küste fielen am Dienstag 132 Zentimeter Regen, das ist mehr als der bisherige Höchststand aus dem Jahr 1978, der ebenfalls aus Texas stammt.

Unklar bleibt weiter, wie viele Menschen vom Hochwasser in den Tod gerissen wurden. Offiziell bestätigt wurden bislang vier Tote. Einige US-Medien meldeten bereits bis zu 13 Tote in Texas. Zehntausende wurden aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben. Allein in Houston könnten die Schäden bis zu 50 Milliarden Dollar betragen, wie der "Houston Chronicle" unter Berufung auf Schätzungen der "Greater Houston Partnership und Moody's Analytics" berichtete. Rund ein Fünftel der Raffinerie-Kapazitäten der USA sind vom Unwetter betroffen. Dies hat Sorgen vor Versorgungsengpässen bei Benzin aufkommen lassen.

Notunterkunftsplatz Kongresscenter von Houston (Foto: Getty Images/J. Raedle)

Überleben im Kongresscenter von Houston - Für insgesamt 19.000 Einwohner gibt es Notunterkunftsplätze

Zwölf Jahre nach "Katrina" rüstet sich New Orleans für "Harvey"

Auch im Nachbarstaat Louisiana werden in den kommenden Tagen heftige Auswirkungen befürchtet. In New Orleans bleiben Schulen und Behörden am Dienstag geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet ihnen, Essen, Getränke und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Der Tropensturm ist für die Stadt besonders gefährlich, weil sie unterhalb des Meeresspiegels liegt. In New Orleans wurde an den 29. August vor zwölf Jahren erinnert, als der Hurrikan "Katrina" an der US-Golfküste auf Land getroffen war. Die Stadt war damals besonders von den Zerstörungen und Überschwemmungen betroffen. Insgesamt kamen durch "Katrina" 1800 Menschen ums Leben.

sti/stu (afp, dpa, rtr)

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