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Weltall

Mysteriösen Radioblitzen auf der Spur

Radioblitze sind starke und kurze Strahlungsausbrüche aus fernen Galaxien. Bekannt sind sie noch nicht lange. Nun haben Forscher eine Zwerggalaxie als Ursprungsort solcher Blitze ausfindig gemacht.

Dass es Radioblitze (Fast Radio Bursts, FRB) gibt, wissen Astronomen erst seit etwa zehn Jahren. Dabei handelt es sich um extrem kurze Pakete von Strahlung, die auf die Erde treffen. Sie dauern meist kürzer als ein Wimpernschlag und flackern scheinbar unregelmäßig am Himmel auf.

Vor gut fünf Jahren konnten Astronomen sie dann deutlich messen: Ein Team um die Forscherin Laura Spitler vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie hatte die Blitze am 2. November 2012 mit einem großen Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico beobachtet. Aber ein Problem blieb: Aufgrund der kurzen Zeitdauer war es schwierig, ihren Ursprungsort zu lokalisieren.

 

Mit dem Radioteleskop auf der Lauer

Nun hat Spitler in einer Forschergruppe um Shami Chatterjee von der Cornell University im US-Bundesstaat New York einen weiteren wichtigen Hinweis auf den Ursprung der mysteriösen Blitze gefunden.

In einer fernen Zwerggalaxie - in derselben Region wo Spitler schon vorher die Blitze entdeckt hatte - wurden die Forscher fündig. Sie stellten ihre Beobachtungen von neun Blitz-Ereignissen am heutigen Mittwoch im britischen Fachblatt "Nature" und bei der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft AAS in Grapevine, Texas, vor. Die Galaxie ist rund drei Milliarden Lichtjahre entfernt.

Genutzt haben die Astronomen das Radioteleskop Very Large Array (VLA) des US-Radioastronomie-Observatoriums Karl G. Jansky in New Mexico, USA. Welcher Prozess in einer Zwerggalaxie solche starken Radioblitze erzeugen kann, ist indes noch Spekulation. Die Blitze könnten von der Verschmelzung zweier Neutronensterne stammen oder von massereichen Schwarzen Löchern erzeugt werden, mutmaßen die Forscher.

dpa (fs/hf)