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Aktuell Asien

Myanmars Präsident schickt Armee in Unruhe-Region

Tagelang sind in Myanmar Buddhisten und Muslime voller Hass prügelnd und brandschatzend aufeinander losgegangen. Es gab Tote und Verletzte, tausende Muslime flohen. Nun marschierte die Armee auf im Krisengebiet.

Soldaten sind an allen wichtigen Punkten der Stadt Meikhtila aufgezogen und patrouillieren durch die Straßen. In Myanmar (früher: Birma) hat nach den mehrtägigen religiösen Unruhen am Samstag die Armee die Kontrolle in der Krisenregion übernommen. Präsident Thein Sein verhängte den Notstand.

Wieviele Menschen bei den jüngsten Zusammenstößen zwischen fanatischen Buddhisten und Muslimen in Meikhtila seit Mittwoch getötet wurden, ist weiterhin unklar. Lokalpolitiker sprechen von mindestens 25 Todesopfern. Aufgeputschte Einwohner lieferten sich mit Stöcken, Steinen, Messern und Brandsätzen Straßenschlachten. Zahlreiche Gebäude, darunter auch fünf Moscheen, gingen in Flammen auf. Ein örtlicher Abgeordneter berichtete, mindestens 6000 Muslime hätten die Flucht ergriffen und Schutz in einem Stadion und einer Polizeistation gesucht.

Massives Polizeiaufgebot on Meikhtila/Birma (foto:AFP/Getty Images)

Auch die Polizei versuchte mit einem massiven Aufgebot, die Straßenschlachten in Meikhtila zu beenden.

Offenbar kehrte vorübergehend etwas Ruhe in Meikhtila ein. Die Lage gilt aber weiter als hochexplosiv. Einige der 100.000 Einwohner wagten sich nach Tagen wieder aus dem Haus und begutachteten das Ausmaß der Zerstörung.

Auslöser des Aufruhrs war vermutlich ein Streit zwischen einem muslimischen Goldhändler und buddhistischen Kunden. Daraufhin hatte ein buddhistischer Mob ein muslimisches Wohnviertel gestürmt.

Viele religiöse Minderheiten

Zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Buddhisten und der muslimischen Minderheit kommt es in dem südostasiatischen Land immer wieder zu Spannungen - im vergangenen Jahr gab es bei schweren Ausschreitungen etwa 200 Tote. Für die reformorientierte Regierung von Thein Sein sind die Unruhen eine große Herausforderung, denn sie will nicht nach dem Vorbild der Militärjunta mit offener Gewalt Ausschreitungen zwischen Bevölkerungsgruppen unterbinden. Ihre Haltung gegenüber den zahlreichen religiösen Minderheiten im Land wird im Ausland kritisch verfolgt.

SC/uh (ape, afpe)