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Rohingya-Krise

Myanmar weist Vorwurf der Rohingya-Verfolgung zurück

Myanmars Regierung will von einer Verfolgung der Rohingya nichts wissen. Die jüngste Kritik der UN könne der muslimischen Minderheit sogar schaden.

Bangladesch | Rohingya-Flüchtlingslager rund um Cox's Bazar (DW/ P. Vishwanathan)

Viele Rohingya sind in das Kutupalong Camp in Bangladesch geflohen

Nach der Aufforderung des UN-Sicherheitsrates, die Militäreinsätze gegen die Rohingya einzustellen und der verfolgten Volksgruppe eine Rückkehr zu ermöglichen, weist die Regierung von Myanmar jegliche Kritik von sich. Die jüngste Erklärung des Gremiums könne den Bemühungen, die nach Bangladesch geflohenen Angehörigen wieder nach Myanmar zurückzuführen, "ernsthaft schaden", teilte das Büro von Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit.

In dem Statement heißt es darüber hinaus, der Sicherheitsrat ignoriere die Tatsache, dass die Krise nur bilateral und "auf freundschaftliche Weise" von den Nachbarstaaten Myanmar und Bangladesch gelöst werden könne. Die UN-Erklärung könne den "rasch voranschreitenden" Verhandlungen beider Länder schaden.

Beide Länder hatten kürzlich Verhandlungen über eine Rückführung der Rohingya aufgenommen. Eine Einigung steht allerdings noch aus. Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, die Fortschritte in der Krise zu verhindern.

Keine Verurteilung der Gewalt

Nachdem bereits mehr als 600.000 Rohingya ins benachbarte Bangladesch geflohen waren, hatte der UN-Sicherheitsrat Myanmar am Montag aufgefordert, die mehrere Monate andauernden Militäroffensiven gegen die muslimische Minderheit zu stoppen. Myanmars UN-Botschafter Hau Do Suan kritisierte die Erklärung umgehend. Das Dokument übe "übertriebenen politischen Druck" auf sein Land aus.

Nicht nur die Vereinten Nationen, auch Menschenrechtsorganisationen werfen Myanmars Armee Verbrechen gegen die Menschlichkeit und "ethnische Säuberungen" an den Rohingya vor. Auch bei ihrem ersten Besuch in der betroffenen Krisenregion seit ihrer Amtsübernahme 2016 lehnte es Suu Kyi ab, die Gewalt gegen die Minderheit zu verurteilen.

djo/sti (afp, dpa, epd)