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Reise

Myanmar - Kletterverbot für Pagoden

Myanmar unternimmt einen erneuten Versuch, das Klettern auf den Pagoden und Tempeln der ehemaligen Königsstadt Bagan zu verbieten.

Der Erhalt des archäologischen Erbes in Bagan bereitet den Behörden in Myanmar schon lange Sorgen. Nun hat sich die Staatsberaterin und Außenministerin des südostasiatischen Landes, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, zu Wort gemeldet. Sie sagte nach einem Bericht der Zeitung «Myanmar Times»  der Aufenthalt von Touristen auf den Sakralbauten habe langfristig zu viele «negative Auswirkungen». «Deshalb müssen wir einen Ersatz finden.»

Jeden Tag besteigen Hunderte Touristen die mehr als 2000 Tempel und Pagoden, um von dort oben die spektakulären Sonnenuntergänge zu genießen. Oftmals dokumentieren sie ihren Besuch mit Graffiti und fügen den sakralen Gebäuden schwere Schäden zu.

2016 gab es bereits den Versuch, dieses Klettern zu verbieten. Nach Protesten aus der Tourismusindustrie wurden die Pläne aber zurückgenommen, da der Aufenthalt in Bagan mitterweile zum Standardprogramm westlicher Urlaubergruppen gehört. Mittlerweile gibt es den Vorschlag, eine Aussichtsplattform zu bauen.

Die ehemalige Königsstadt Bagan ist die größte und bekannteste touristische Attraktion Myanmars. Sie liegt am Ostufer des Irrawaddy, auf halbem Weg zwischen dessen Quelle und der Mündung in den Indischen Ozean gelegene Bagan. Seit 1996 bemüht sich Myanmar um den UNESCO-Welterbetitel für die Tempelstadt.

Seit seiner Öffnung im Jahr 2011 erlebt das südostasiatische Land einen Touristenboom. Myanmar tut sich indessen schwer diesem Ansturm Herr zu werden und eine funktionierende touristische Infrastruktur aufzubauen, zu der auch das Managment der archäologischen Stätten gehört. 2016 gingen die Besucherzahlen in Myanmar erstmals leicht zurück, um sechs Prozent auf 3,1 Millionen.

Ein Grund für den Besucherrückgang ist möglicherweise auch der Konflikt zwischen der muslimische Minderheit der Rhoningya und dem Militär, der im Oktober 2016 gewaltsam eskalierte. Das brutale Vorgehen der Armee gegen die Rohingya trieb 65.000 Menschen in die Flucht. In dem buddhistisch geprägten Myanmar sind die Rohingya eine Minderheit. Die UN bezeichnen sie als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt.  

 

at/cho (dpa, afp)