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Asien

Myanmar: Journalistenschule gegründet

Das neu gegründete Myanmar Journalism Institute (MJI) bietet erstmalig seit der politischen Öffnung des Landes eine professionelle Ausbildung für Journalisten an. Unterstützt wird das MJI von der DW Akademie.

Ein Meilenstein für die Medienlandschaft Myanmars: Einen Tag nach den Feierlichkeiten zum Internationalen Tag der Pressefreiheit wurde am 4. Mai 2014 eine private Journalistenschule, das Myanmar Journalism Institute (MJI), gegründet. Eine vergleichbare Einrichtung hat es seit über 50 Jahren nicht gegeben. Ein internationales Konsortium, bestehend aus DW Akademie, Canal France International (Frankreich), Fojo Media Institute (Schweden), Forever Group (Myanmar), International Media Support (Dänemark) und UNESCO hatte den Aufbauprozess der Journalistenschule seit August 2013 begleitet.

Das neugegründete MJI findet große Unterstützung in der myanmarischen Medienbranche: 39 lokale Medienrepräsentanten aus privaten und staatlichen Sendern, Onlinemedien, Bürgermedien, ethnischen Minderheitenmedien, Vertreterinnen von Frauen im Journalismus sowie Journalistenverbänden meldeten sich als konstituierende Mitglieder des Instituts an. In Myanmar, das sich 2012 für die Medien zu öffnen begann und die Zensur nach fast 50 Jahren erst im April 2013 abschaffte, fehlte es bislang an einer professionellen Journalistenausbildung. So gibt es im Land bislang nur Kurzzeit-Trainingsangebote oder ein rein akademisches Journalistik-Studium.

Ungewohnte Freiheiten

Neu gewählter Vorstand des MJI (Foto: DW Akademie/Abdul Hai).

Neu gewählter Vorstand des Myanmar Journalism Institute

Dabei ist der Bedarf an professionell ausgebildeten Journalisten groß: Durch die unerwartete Öffnung der Medienlandschaft gründeten sich in kürzester Zeit eine Vielzahl an neuen Medienhäusern und Nachrichtenredaktionen. Eingestellt wurden - neben einigen wenigen erfahrenen Redakteuren - junge und zumeist unerfahrene Journalisten. "Die neuen Pressegesetze stellen die Journalisten momentan vor neue Herausforderungen und ungewohnte Freiheiten - ethische Standards stehen dabei nicht immer an vorderster Stelle", sagte Isabella Kurkowski, Projektmanagerin der DW Akademie in Myanmar. Hier sei es wichtig, "journalistisches Fachwissen zu vermitteln, um eine objektive, akkurate und auf Fakten basierende Berichterstattung in Myanmar erreichen zu können."

Die Notwendigkeit für eine professionelle Journalistenausbildung mahnte auch der myanmarische Presserat an. So hätten sich in den vergangenen Monaten die Beschwerden über ethisch nicht vertretbare Berichterstattung gehäuft. Diese wird dabei oft auf die Unerfahrenheit der Journalisten und den Mangel an entsprechender Ausbildung zurückgeführt.

Professionelle Ausbildung

Isabella Kurkowski, Projektmanagerin der DW Akademie in Myanmar (Foto: DW Akademie/Charlotte Hauswedell).

Isabella Kurkowski, Projektmanagerin der DW Akademie in Myanmar

Das Myanmar Journalism Institute wird diese Lücke künftig schließen. Ab Sommer 2014 werden in einjährigen Diplomkursen Journalisten nach internationalen Standards in Theorie und Praxis ausgebildet. Zusätzlich sollen Mid-Career-Trainings und ein berufsbegleitender Diplomkurs für Redakteure, die ihre Kenntnisse vertiefen wollen, angeboten werden. Die Ausbildung ist kostenpflichtig, es wird jedoch eine Vielzahl an Vollzeit-Stipendien geben. Dabei werden die Trainingsangebote nicht nur auf Yangon beschränkt sein. Um auch dem regionalen Bedarf entgegenzukommen, wird das MJI auch Diplomkurse in Mandalay und weiteren Städten anbieten.

"Nach intensiver Aufbauarbeit gilt es nun in Kooperation mit den internationalen Geldgebern wie auch den lokalen MJI-Gremien für die Nachhaltigkeit des Instituts zu sorgen", sagte Isabella Kurkowski. Die DW Akademie wird diesen Prozess begleiten und das MJI künftig bei der Entwicklung des Curriculums, der Einführung von E-Learning-Plattformen und der technischen Ausstattung unterstützen. Trainer der DW Akademie werden zudem als Dozenten tätig sein sowie die Geschäftsführung beraten.

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