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Asien

Myanmar: Eine neue Medienlandschaft

Er war auf Einladung der DW Akademie zum Global Media Forum nach Bonn gekommen: der stellvertretende Informationsminister Myanmars, U Ye Htut.

U Ye Htut, stellvertretender Informationsminister von Myanmar, zu Besuche in der DW Akademie und dem Global Media Forum in Bonn. (Juni 2013, Foto: Charlotte Hauswedell).

U Ye Htut stellvertretender Informationsminister Myanmar GMF 2013

Sein Land, so der Minister, befinde sich derzeit in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. "Auf dem Global Media Forum hatte ich die Gelegenheit, Menschen aus Ländern zu treffen, die ähnliche Strukturveränderungen durchgemacht haben, wie Myanmar derzeit." Es war das erste Mal, dass ein hochrangiger Politiker aus Myanmar das GMF besucht hat.

Das südostasiatische Land hat in den vergangenen Jahren Reformen in Richtung Demokratie auf den Weg gebracht – auch im Bereich der Medien. "Wir wollen die Medienlandschaft umstrukturieren hin zu einem öffentlich-rechtlichen System", sagte der Minister. Man habe sich in den vergangenen Monaten intensiv in Skandinavien, Frankreich und Deutschland informiert. "Was wir jetzt brauchen, ist Unterstützung bei der Schaffung dieses neuen Systems und bei der Umwandlung von staatlichen Medien hin zu privaten beziehungsweise in ein öffentlich-rechtliches System."

Die größte Herausforderung sei derzeit allerdings die mangelnde Ausbildungsmöglichkeit für Nachwuchsjournalisten, so der Minister. Am Rande des GMF hat es zahlreiche Gespräche dazu zwischen dem Regierungsvertreter und der DW Akademie gegeben. "Gemeinsam mit der DW Akademie, der französischen Medienentwicklungsorganisation CFI und der dänischen IMS würden wir gerne ein Trainingszentrum für Journalisten in Rangun aufbauen", so Ye Htut. Entsprechende Gespräche mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seien bereits angestoßen worden.

Reformen in Richtung Demokratie

Der Bedarf ist immens: In den vergangenen Monaten sind etliche neue Tageszeitungen im Land entstanden, demnächst sollen in den Provinzen Community Radios aufgebaut werden. Überall im Land mangelt es an ausgebildeten Redakteuren, Reportern und Medienmanagern.

Auch die Politik müsse umdenken und dazulernen, so Ye Htut. In den vergangenen Jahrzehnten habe die Politik stark auf die Einhaltung der geltenden Presserechte achten müssen, umschreibt der Minister die bisherige Praxis strikter staatlicher Zensur in Myanmar. "Jetzt wollen wir demokratische Strukturen und ein Mediensystem schaffen, das nicht von der Politik kontrolliert wird, sondern sich selbst trägt. Für unser Land ist das aber noch ein weiter Weg."

Die DW Akademie entwickelt derzeit eine umfassende Länderstrategie für Myanmar. Mögliche zukünftige Arbeitsfelder sind die Reform der Staatsmedien, die journalistische Ausbildung, Medien(selbst)regulierung und der Aufbau von Bürgermedien.

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