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Asien

Myanmar: Ausbildungsprogramm für Trainer

Der Umbruch Myanmars ist längst in der Medienlandschaft angekommen. Während sich die Ausbildungsstrukturen für Journalisten noch im Aufbau befinden, werden Trainer schon jetzt dringend gebraucht.

Su Myat Wai bereitet ihren Workshop zur Wahlberichterstattung vor (Foto: DW Akademie/Patrick Benning).

Einer ihrer ersten Einsätze: Trainerin Su Myat Wai im Myanmar Journalism Institute (MJI)

Zwei bunte Pappscheiben, darauf Zahlen und Pfeile. "Um sechs Uhr öffnen die Wahllokale, um vier Uhr nachmittags schließen sie", erklärt Su Myat Wai. Sie bereitet einen Workshop zum Thema Wahlberichterstattung für Journalistinnen und Journalisten vor. Die beiden stilisierten Uhren gehören zu ihrem Trainingsmaterial. Zehn Jahre hat Su Myat Wai selbst als Journalistin gearbeitet. Zunächst für das Staatsblatt "New Light of Myanmar", später für den regionalen TV-Kanal "Channel News Asia", zuletzt als Chefin vom Dienst bei einem renommierten Wochenblatt in Yangon. Seit kurzem ist sie als Trainerin für Journalismus festangestellt beim Myanmar Journalism Institute (MJI). Der Workshop zur Wahlberichterstattung ist einer ihrer ersten Einsätze - kein Wunder also, dass sie etwas nervös ist.

"Was wir hier tun, ist für uns alle etwas Neues", erzählt sie. Das MJI hat ihr und drei weiteren Journalistinnen und Journalisten ein sechsmonatiges Ausbildungsprogramm "Training of Trainers" (ToT) angeboten - und einen Arbeitsvertrag. Su Myat Wai war sofort klar: "Das ist eine spannende Karriereperspektive für mich."

Erwachsenenbildung, Methoden und E-Learning

Trainingsdirektor Sein Win (Foto: DW Akademie/Patrick Benning).

Neue Trainer werden gebraucht, so Trainingsdirektor Sein Win

MJI-Trainingsdirektor Sein Win hatte auf genau diesen Effekt gehofft. "Bisher gibt es in ganz Myanmar vielleicht zehn Leute, die als Profitrainer entsprechend internationaler Standards arbeiten", rechnet der Manager vor. Kein Wunder also, dass das MJI ab dem Tag der Eröffnung im Sommer 2014 an Trainermangel litt. "Ein Institut nach lokalem Recht zu gründen, ist das eine", sagt Sein Win. "Das Ganze dann mit lokalem Personal zu betreiben, etwas anderes. Wir mussten also etwas tun."

Gemeinsam mit Trainingsdirektor Sein Win entwickeln daher die DW Akademie und ihre Partner im internationalen Konsortium zur Unterstützung des MJI ein Curriculum für die ToT-Ausbildung: Auf dem sechsmonatigen Lehrplan steht neben journalistischem Fachwissen, Trainingsmethoden und Prinzipien der Erwachsenenbildung auch der Umgang mit der E-Learning-Plattform "Moodle". Als erstes Ausbildungsinstitut in Myanmar hat das MJI im vergangenen Herbst ein solches webbasiertes Learning-Management-System (LMS) eingeführt. Aktuell kommt es vor allem in einem Teilzeit-Diplomprogramm zum Einsatz, in dem sich Journalistinnen und Journalisten berufsbegleitend weiterbilden: je drei Wochen pro Monat online und eine offline im Seminarraum

"Das E-Learning-Projekt ist ein Alleinstellungsmerkmal für das MJI", sagt Isabella Kurkowski, Büroleiterin der DW Akademie in Yangon. "Gerade weil im Moment Goldgräberstimmung herrscht und sich alle internationalen Anbieter von Journalistentrainings in Myanmar tummeln, braucht das Institut ein klares Profil. Genau daran arbeiten wir."

Professioneller Trainingsanbieter

Training-of-Trainers im Myanmar Journalism Institute (Foto: DW Akademie/Patrick Benning).

Themen verständlich präsentieren

Auch das Trainerausbildungsprogramm soll zu diesem Profil betragen. Trainingsdirektor Sein Win hat klare Vorstellungen von dessen Zukunft: "Wir hoffen, dass uns diese Initiative nicht nur professionelle Trainerinnen und Trainer, sondern irgendwann auch finanziellen Gewinn bringt. Zu unserem guten Ruf als Trainingsanbieter trägt sie jedenfalls schon heute bei."

Su Myat Wai hat - bevor sie selbst Trainerin wurde - an mehreren Journalistenworkshops teilgenommen. Für sie ist klar, dass internationale Trainerinnen und Trainer den lokalen an Erfahrung um Jahre voraus sind. Ihre Ausbildung hat zwar gerade erst begonnen. Dennoch ist sie zuversichtlich: "Ich habe beim MJI bereits viel darüber gelernt, wie ich Themen strukturiert und spannend präsentieren kann. Und zu meiner Überraschung bekomme ich dafür von den Teilnehmern bereits jetzt schon den gleichen Respekt und Wertschätzung wie meine internationalen Kolleginnen und Kollegen."


Das Myanmar Journalism Institute (MJI) wurde im Mai 2014 als Verein gegründet. Als Mitglieder können sich private und staatliche Medien sowie nationale Medien- und Journalistenorganisationen beteiligen. Das Projekt wird von einem mehrheitlich europäischen Konsortium aus DW Akademie, Canal France International (CFI) und französischer Botschaft in Myanmar, Fojo Media Institute (Schweden), International Media Support (Dänemark), UNESCO und dem lokalen Medienunternehmen Forever Group unterstützt.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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