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Kultur

My TV

"Ich gucke nur noch, was mir passt" - gesendet aus einer kleinen Kiste. Ihr Inneres ist eine 40-Gigabyte-Festplatte, auf der Platz ist für 40 Stunden Fernsehprogramm: Der digitale Videorekorder ist auf dem Vormarsch.

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In Amerika haben nach schleppendem Anlauf inzwischen rund eine Million Menschen einen digitalen Videorekorder im Wohnzimmer. Marktforscher schätzen das Verbreitungspotential für die Geräte auf das Fünfzigfache in den nächsten fünf Jahren. Rund 20 Prozent der Nutzer dieser Geräte, die ´"TiVo" oder "ReplayTV" heißen, schauen einer Untersuchung zufolge keine Werbung mehr.

Schaltstelle zwischen Schüssel und Fernseher

Der digitale Videorekorder wird in der Übertragungs"kette" zwischen Empfangsquelle und Fernseher plaziert. Auf das aufgezeichnete Fernsehprogramm kann bereits während der Aufnahme zugegriffen werden. "Während hinten noch aufgezeichnet wird, kann man von vorne schon gucken", sagt Toby Schuster, der für die europäische Markteinführung von "TiVo" zuständig ist. Auch kann das laufende Fernsehprogramm unterbrochen werden - etwa, wenn das Telefon klingelt oder das Magenknurren den Programmgenuss stört.

"Werbung AUS"

Die Funktion aber, die besonders die Werbetreibenden aufschreckt, ist die Möglichkeit, auf Knopfdruck die Werbepausen zu überspringen. Denn dadurch wird die Logik der Werbeindustrie unterlaufen: Hohe Werbepreise für Programme zur besten Sendezeit sind möglicherweise nicht mehr gerechtfertigt, wenn die Zuschauer die Sendungen am Mittag sehen oder die Werbung komplett überspringen.

Individuelles Programm

Die amerikanische Version von "TiVo" ist mit dem Telefonnetz verbunden und lädt einmal pro Nacht automatisch das aktuelle Fernsehprogramm für die folgenden zwei Wochen herunter. Diese virtuelle Fernsehzeitung ermöglicht es dem Gerät auch, dass es sich die Sehgewohnheiten des Nutzers "merkt" und dem Schema entsprechend auch bislang nicht aufgezeichnete Sendungen vorschlägt.

Technik mit Macken

Diese komfortable Funktion fehlt der europäischen Ausgabe des Geräts gänzlich. Bislang sei der digitale Videorekorder außerdem zu teuer gewesen, und "die Konsumenten waren noch nicht weit genug für diese Technologie", glaubt Philips-Konzernsprecher Klaus Petri. Nun kostet der digitale Videorekorder 1200 Euro und kommt im Spätsommer auf den deutschen Markt. (dpa/arn)

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