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Aktuell Nahost

Mutmaßliches Rachemord-Opfer angeblich lebendig verbrannt

Nach der Ermordung dreier jüdischer und eines palästinensischen Jugendlichen ist die Lage im Nahen Osten angespannt. Zusätzliches Konfliktpotential liefert der vorläufige Autopsiebericht des palästinensischen Jungen.

Der palästinensische Jugendliche, der mutmaßlich einem Rachemord zum Opfer gefallen ist, soll bei lebendigem Leibe verbrannt worden sein. In Luftröhre und Lunge des 16-Jährigen seien Spuren von Rauch gefunden worden, teilte der palästinensische Generalstaatsanwalt, Mohammed Aluweiwi, nach dem vorläufigen Autopsiebericht mit.

Dies bedeute, dass das Opfer noch am Leben gewesen sei, als es verbrannt sei. Der Jugendliche habe auch eine Kopfwunde, diese habe aber nicht zum Tod geführt, zitiert die palästinensische Nachrichtenagentur Maan den Generalstaatsanwalt.

Unruhen nach Beerdigung

Der Junge war am Mittwoch in einem Viertel von Ost-Jerusalem verschleppt worden. Einige Stunden später wurde seine verbrannte Leiche im Westteil der Stadt gefunden. An seiner Beerdigung am Freitagabend nahmen tausende Menschen teil (siehe Artikelbild).

Danach kam es zu Ausschreitungen in Taibe im Nordosten Israels und in Dschaldschulia und Kalansuwa im Zentrum des Landes. Molotowcocktails flogen und Autos wurden in Brand gesteckt. Laut Medienberichten wurden 62 Palästinenser und 13 Polizisten verletzt. Rund 20 Palästinenser wurden festgenommen.

Es wird vermutet, dass der palästinensische Jugendliche aus Rache für die Verschleppung und Ermordung von drei israelischen Teenagern im Westjordanland getötet wurde. Die israelische Polizei hat den Verdacht bislang nicht bestätigt.

Ausschreitungen im Westjordanland

Auch im Westjordanland nahm die Gewalt zu. In Hebron und Nablus seien zwei Palästinenser von Siedlern attackiert worden, hieß es in palästinensischen Sicherheitskreisen. Die Zeitung "Times of Israel" berichtet, aus Angst vor weiteren Angriffen hätten sich Palästinenser in Hebron zu einer Bürgerwehr zusammengeschlossen.

Anhaltender Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen

Mutmaßliche Islamisten aus dem Gazastreifen beschossen am Samstag abermals Israel. Eine Rakete und eine Mörsergranate seien im Süden des Landes eingeschlagen, ohne Schäden anzurichten, teilte das israelische Militär mit. Damit wurden seit Freitag 30 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert.

uh/kle (dpa,afp)