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Aktuell Europa

Mutmaßlicher serbischer Kriegsverbrecher Hadzic gestorben

Während des Kroatien-Kriegs soll Goran Hadzic Kriegsverbrechen verantwortet haben. Deshalb wurde ihm in Den Haag der Prozess gemacht. Doch zu einem Urteil wird es nun nicht mehr kommen.

Der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagte ehemalige kroatische Serbenführer Goran Hadzic ist an einem Hirnturmor gestorben. Der 57-Jährige sei seiner schweren Krankheit erlegen, meldete die Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf ein Krankenhaus in der Provinz Vojvodina.

Prozess war bereits ausgesetzt

Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag hatte den Prozess gegen den krebskranken Hadzic Anfang April auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Wegen des Gehirntumors hatte Hadzic bereits im April 2015 Haftverschonung erhalten. Er hatte sich zur Behandlung nach Serbien begeben und lebte seitdem in Novi Sad, 70 Kilometer nördlich von Belgrad.

Hadzic war im Juli 2011 nach sieben Jahren auf der Flucht in einer Bergregion im Norden Serbiens verhaftet worden. Er war damals der letzte von 161 Angeklagten, die dem vom UN-Sicherheitsrat eingerichteten Haager Tribunal ins Netz gingen.

Mutmaßlicher Kriegsverbrecher

Hadzic, der von 1992 bis 1993 Präsident der selbsternannten serbischen Republik Krajina war, soll für den Tod hunderter Zivilisten und die Verschleppung zehntausender Kroaten und anderer Nicht-Serben verantwortlich gewesen sein. Angeklagt war er unter anderem wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Kroatien-Kriegs (1991-1995). Der frühere Lagerarbeiter wies sämtliche Anschuldigungen zurück.

cr/jj (dpa, afp)