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Nach Verfolgungsjagd

Mutmaßlicher Mörder vom Facebook-Video ist tot

Der Fall um ein Mordvideo im sozialen Netzwerk Facebook in den USA hat vorerst ein tragisches Ende genommen: Der mutmaßliche Täter hat sich nach einer Verfolgungsjagd selbst erschossen.

Der polizeilich gesuchte Steve Stephens war am frühen Morgen im Bezirk Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania von Polizisten gesehen worden und habe sich nach einer kurzen Verfolgungsjagd selbst getötet, teilte die Polizei des Bundesstaates über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Er galt als Hauptverdächtiger im Fall um das sogenannte "Facebook-Mordvideo": Er soll am Sonntag in Cleveland im Bundesstaat Ohio einen 74 Jahre alten Rentner vor laufender Kamera getötet und das Video der Tat bei Facebook veröffentlicht haben. Das Opfer befand sich Medienberichten zufolge auf dem Heimweg von einem Osteressen mit seinen Kindern, als der Mord geschah. Er soll willkürlich von dem mutmaßlichen Täter Stephens ausgewählt worden sein.

Polizei: Stephens nicht vorbestraft

Örtlichen Medien zufolge behauptete Stephens auf Facebook, mehrere Menschen am Ostertag getötet zu haben. Die Polizei stellte einen Haftbefehl aus und sucht mit einem Großaufgebot nach dem Verdächtigen. Ob es noch weitere Opfer gibt, werde geprüft, so ein Polizeisprecher. Bislang hätten sich weitere Taten allerdings noch nicht bestätigt. Die Behörden erklärten, es gebe keine Hinweise auf eine Amoktat. Stephens sei nicht vorbestraft und in keinen weiteren Mordfällen bislang unter Verdacht gestanden, hatte die Polizei zuvor mitgeteilt.

Facebook will den Umgang mit Gewaltvideos verbessern. Es müsse für Nutzer einfacher werden, Beiträge mit verwerflichen Inhalten zu melden, teilte das weltgrößte soziale Netzwerk als Reaktion auf das Verbrechen mit. Der Fall deckte exemplarisch die Schwachstellen des heutigen Umgangs mit solchen Videos bei Facebook auf. Das Netzwerk verlässt sich dabei zumeist auf Hinweise von Nutzern.

Zuckerberg: Facebook hat viel Arbeit vor sich

Das Profil des mutmaßlichen Täters wurde zwar 23 Minuten nach Eingang der Meldung zum Mordvideo gesperrt, zu diesem Zeitpunkt war es jedoch gut zwei Stunden lang online verfügbar. Und das, obwohl ein Hinweis auf den verstörenden Livestream mit dem Geständnis ebenfalls rund zwei Stunden zuvor bei Facebook einging. Das zeige, dass Facebook noch Arbeit vor sich habe, sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg zum Auftakt der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 am Dienstag.

"Wir werden weiterhin alles tun, was wir können, um solche Tragödien zu verhindern." Nun solle auch das Meldesystem auf den Prüfstand gestellt werden. In Europa und vor allem auch in Deutschland mit den Gesetzesplänen von Bundesjustizminister Heiko Maas wächst der Druck auf Online-Plattformen, schneller und härter gegen Hass, Mobbing und Gewaltdarstellungen vorzugehen.

myk/pab (afp, rtre, ape)