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Aktuell Europa

Mutmaßlicher London-Terrorist vor Gericht

Nach dem Mord an einem britischen Soldaten auf offener Straße in London muss sich einer der beiden mutmaßlichen Haupttäter vor Gericht verantworten. Dem 22-jährigen Adebowale werden Mord und Waffenbesitz vorgeworfen.

Nach Angaben der britischen Staatsanwaltschaft soll Michael Adebowale an diesem Donnerstag vor Gericht erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem 28-jährigen Michael Adebolajo vor einer Woche den britischen Soldaten Lee Rigby im Londoner Stadtteil Woolwich bestialisch ermordet zu haben. Laut Augenzeugen hatten die muslimischen Angreifer ihr Opfer am Mittwoch zunächst mit einem Auto angefahren, um sich dann mit Fleischerbeil und Messern auf den 25-jährige Vater eines zweijährigen Sohnes zu stürzen. Die Tat hatte in Großbritannien blankes Entsetzen ausgelöst.

Islamistischer Hintergrund

Bei den Hauptverdächtigen handelt es sich nach Angaben der Polizei um britische Staatsbürger nigerianischer Abstammung. Sie seien als Christen erzogen worden und als Jugendliche zum Islam konvertiert. In einem kurz nach der Tat aufgezeichneten Amateurvideo begründete einer der Angreifer sein Handeln mit den Militäreinsätzen in muslimischen Ländern. Die beiden Männer waren nach dem Mord von der Polizei angeschossen und in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Die Ermittler gehen von einer Tat mit islamistischem Hintergrund aus. Neben den beiden Hauptverdächtigen gibt es zwei weitere festgenommene Verdächtige, denen Komplizenschaft zur Last gelegt wird.

Mutmaßlicher Täter bereits in Kenia inhaftiert

Wie weiter bekannt wurde, hatte die Polizei in Kenia Adebolajo 2010 in Haft genommen. Man habe ihn mit anderen beim Versuch der Ausreise nach Somalia festgenommen, wo sie sich der radikal-islamischen Al Schabaab-Miliz anschließen wollten, sagte Kenias Anti-Terror-Chef Boniface Mwaniki. Die Gruppe hat Kontakte zum Terrornetzwerk Al Kaida. Später sei Adebolajo nach Großbritannien abgeschoben worden. Das britische Außenministerium bestätigte die Aussage.

Damit geraten die britischen Sicherheitsbehörden in Erklärungsnot, welche Erkenntnisse sie über den 28-Jährigen hatten und ob der Mord an dem Soldaten, der in Afghanistan und Deutschland stationiert war, hätte verhindert werden können.

se/gmf (afp, ape, rtr, dpa)