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Prozessauftakt

Mutmaßlicher IS-Drahtzieher Abu Walaa vor Gericht

Von einer Hildesheimer Moschee aus soll der Iraker junge Männer für die Terrormiliz Islamischer Staat rekrutiert haben. Nun müssen sich der 33-jährige und vier Mitangeklagte vor Gericht verantworten.

Abu Walaa, der mit bürgerlichem Namen Ahmad Abdulaziz Abdullah A. heißt, gilt aus Sicht der Bundesanwaltschaft als zentrale Führungsfigur des IS in Deutschland. Ab heute muss sich der Iraker vor dem Oberlandesgericht in Celle verantworten. Ihm und den vier mitangeklagten Männern im Alter zwischen 27 und 51 wird Unterstützung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen reihenweise junge Männer für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mobilisiert haben. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Abu Walaa wird von mehreren V-Leuten der Polizei, sowie von einem ehemaligen IS-Sympathisanten belastet und sitzt, ebenso wir die Mitangeklagten, seit November letzten Jahres in Untersuchungshaft. Beim inzwischen verbotenen "Deutschen Islamkreis Hildesheim" soll Abu Walaa radikal-islamische Predigten gehalten und die Moschee des Vereins zu einem bundesweiten Rekrutierungszentrum des IS gemacht haben.

Deutschland Hildesheim Polizei verhaftet Islamisten (Getty Images/A. Koerner)

Am 8. November 2016 wurde Abu Walaa in der Moschee des "Islamkreis Hildesheims" festgenommen

Ziel war es laut Anklage, Freiwillige für den IS nach Syrien oder in den Irak zu vermitteln. Mindestens 15 Männer aus Niedersachsen und neun aus Nordrhein-Westfalen reisten nach Behördenkenntnissen mit Hilfe von Abu Walaas Netzwerk ins Kriegsgebiet. Sechs von ihnen sollen dort ums Leben gekommen sein. Auch der Attentäter des Berliner Weihnachtsmarktes, Anis Amri, soll zum Umfeld des Islamisten gehört haben. Abu Walaa war darüber hinaus bundesweit als Prediger aktiv und organisierte Islamseminare in Moscheen in Berlin, Kassel, Frankfurt und Bocholt. Ein weiterer Wirkungskreis war sein Wohnort Tönisvorst bei Krefeld.

Für den Prozess wurden zunächst 29 Termine bis Ende Januar kommenden Jahres festgelegt. Danach soll auf unbestimmte Zeit zwei Mal wöchentlich weiter verhandelt werden.

jv/uh (dpa)

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