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Darknet

Mutmaßlicher Betreiber einer Darknetplattform festgenommen

Falschgeld, Drogen, Waffen - über die Plattform im Internet wurden zahlreiche illegale Geschäfte abgewickelt. Auch der Amokläufer von München kam dort an seine Waffe.

Wiesbaden BKA Vorstellung Lagebericht Cybercrime 2015 (DW/M. von Hein)

Der Amokläufer von München hatte eine solche Waffe im Darknet erworben und für seine Bluttat verwendet.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in Karlsruhe den mutmaßlichen Betreiber einer großen Darknetplattform im Internet festgenommen. Die Plattform habe als Marktplatz für Drogen- und Waffengeschäfte gedient, teilte das BKA in Wiesbaden mit. Der 30-Jährige wird demnach verdächtigt, die Darknetplattform als Forum seit März 2013 als alleiniger Administrator betrieben zu haben. Zuletzt seien mehr als 20.000 Mitglieder registriert gewesen.

Glock 17 für 4350 Euro

Auch der Verkauf der beim Amoklauf in München am 22. Juli 2016 eingesetzten Pistole sei über diese Plattform angebahnt worden. Der deutsch-iranische Täter hatte dort eine habautomatische Glock 17 samt Munition für 4350 Euro erstanden. Bei dem Amoklauf hatte der 18-Jährige am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Der mutmaßliche Waffenhändler war bereits im August in Marburg festgenommen worden.

Der nun erfolgten Festnahme des mutmaßlichen Betreibers der Darknetplattform gingen laut BKA monatelange verdeckte Ermittlungen voraus. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stellten Einsatzkräfte zahlreiche Beweismittel, insbesondere Computer, Datenträger und geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Auch der Server wurde beschlagnahmt.

Falschgeld, Kreditkartendaten, Drogen

Über die Marktplatzsektion der Plattform seien auch Falschgeld, gefälschte Personalausweise, ausgespähte Kreditkartendaten und Kundenkonten auf Internethandelsplattformen sowie gefälschte Bankkonten gehandelt worden, teilte das BKA weiter mit. Der festgenommene Mann sitzt seit dem vergangenen Freitag wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln in Untersuchungshaft.

cr/uh (dpa, afp, ap)