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Aktuell Asien

Mutmaßliche Vergewaltiger vor Gericht

In dem Prozess um die brutale Vergewaltigung einer jungen Inderin sind die Angeklagten erstmals zu einer Anhörung erschienen. Wegen tumultartiger Zustände schloss die Richterin die Öffentlichkeit von der Sitzung aus.

Drei Tage nach Anklageerhebung sind die fünf volljährigen Beschuldigten in Neu Delhi einem Bezirksgericht vorgestellt worden. Ihnen wurde bei der Anhörung hinter verschlossenen Türen die Anklageschrift übergeben. Sie sind wegen Vergewaltigung, Entführung und Mordes angeklagt. Die Männer werden beschuldigt, am 16. Dezember zusammen mit einem sechsten Verdächtigen eine 23-jährige Medizinstudentin in einem Bus vergewaltigt und schwer verletzt zu haben. Die junge Frau erlag zwölf Tage später ihren Verletzungen. Bei dem sechsten Verdächtigen wird geprüft, ob er minderjährig ist. Er würde dann vor ein Jugendgericht kommen.

Zwei Angeklagte erklärten sich in der Hoffnung auf mildere Strafen zur Zusammenarbeit mit der Justiz bereit, wie aus Gerichtskreisen verlautete. Für Donnerstag wurde die nächste Anhörung angesetzt. Die fünf Männer wurden abgeschirmt von der Öffentlichkeit ins Gericht gebracht, da um ihre Sicherheit gefürchtet wurde. Viele Menschen hatten öffentlich die Todesstrafe gefordert.

Die Polizei teilte mit, dass DNA-Proben eindeutig die Schuld der Angeklagten bewiesen. Im weiteren Verlauf soll der Fall an ein neues Schnellgericht übergeben werden, das den eigentlichen Prozess führt. Ein konkretes Datum für den in den kommenden Tagen erwarteten Beginn der Verhandlung gibt es noch nicht. Den erwachsenen Angeklagten droht die Todesstrafe.

Freund: Niemand hat geholfen

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Indien entdeckt Rechte der Frauen

Der Freund des Vergewaltigungsopfers, der die Tat verletzt überlebte, erhob unterdessen im Hindi-TV-Sender 'Zee News' schwere Vorwürfe gegen Passanten und die Polizei in Neu Delhi. Er sagte, fast eine halbe Stunde lang habe niemand geholfen, nachdem die Täter sie aus einem Bus geworfen hätten. Auch nach dem Eintreffen der Polizei hätten die Beamten wertvolle Zeit verschwendet und zunächst diskutiert, welche Wache zuständig sei.

Die Polizei wies Vorwürfe verschleppter Hilfeleistung zurück. Der erste Streifenwagen habe die beiden Opfer sechs Minuten nach Eingang des Notrufs erreicht, teilte die Polizei am Samstag mit. 34 Minuten nach dem Notruf hätten Polizisten mit den Opfern das Krankenhaus erreicht. Das belegten die GPS-Systeme der Streifenwagen. Es habe "keine Versäumnisse" der Polizei gegeben.

Vater veröffentlicht Namen der Studentin

Der Vater nannte der britischen Boulevardzeitung "Sunday People" den Namen seiner verstorbenen Tochter. "Wir wollen, dass die Welt ihren richtigen Namen kennt", sagte er. "Ihren Namen preiszugeben wird andere Frauen ermutigen, die solche Angriffe überlebt haben." Indische Gesetze verbieten, Namen von Vergewaltigungsopfern oder andere Angaben zu veröffentlichen, die zur Identifizierung führen können. Das soll das Opfer vor gesellschaftlicher Stigmatisierung schützen.

as/uh (afp, dpa, dpad, rtre)

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