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Europa

Mutmaßliche Rucksackbomber erstmals vor Gericht

Drei der vier mutmaßlichen Rucksackbomber und ein möglicher Drahtzieher der Anschläge von London bleiben in Untersuchungshaft. Das entschied ein Gericht, vor dem die Männer am Montag erstmals erschienen.

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Die Verdächtigen werden gebracht

Die vier mutmaßlichen Attentäter von London

Die vier mutmaßlichen Attentäter von London auf Bildern von Überwachungskameras

In der Luft kreiste ein Hubschrauber, am Eingang waren bewaffnete Polizisten postiert, als am Montag (8.8.2005) drei Hauptverdächtige der fehlgeschlagenen Anschläge vom 21. Juli in London einem Richter vorgeführt wurden. Muktar Said Ibrahim alias Muktar Muhammad Said (27), Ramsi Mohammed (23) und Yasin Hassan Omar (24), die wegen "Verschwörung zum Mord", Mordversuchs und Sprengstoffbesitzes angeklagt sind, wurden für die erste Anhörung zu einem Gericht in der Nähe des Hochsicherheits-Gefängnisses Belmarsh gebracht. Nach wie vor warten die britischen Behörden auf die Auslieferung von Hamdi Adus Issac, der als vierter Verdächtiger in Rom gefasst worden war.

Verschwörung zum Mord

Piccadilly Line in London

Seit den Anschlägen fährt in der Londoner U-Bahn die Angst mit

Das Gericht entschied, dass die in London inhaftierten Männer bis zum 14. November im Untersuchungsgefängnis bleiben. Dann müssen sie sich vor dem Gericht Old Baily in London verantworten. Dies gilt ebenfalls für den so genannten fünften Bomber, den 32 Jahre alten Manfo Kwaku Asiedu. Er ist ebenfalls wegen Verschwörung zum Mord und zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Berichten zufolge war seine nicht explodierte Bombe in einem Londoner Park gefunden worden. Die britische Polizei hatte die mutmaßlichen Bombenleger am Wochenende formell beschuldigt. Drei weitere Männer, die ebenfalls vor Gericht erwartet wurden, sollen anderen Personen geholfen haben, sich der Festnahme zu entziehen.

Mutmaßlicher Drahtzieher ausgeliefert

Festnahmen der mutmaßlichen Attentäter von London in Notting Hill

Ein Scharfschütze hält am 29. Juli Stellung, während Londoner Beamte drei Verdächtige im Bezirk Notting Hill festnehmen

Unterdessen wurde ein möglicher Hintermann der tödlichen Anschläge vom 7. Juli von Sambia an Großbritannien ausgeliefert und umgehend ebenfalls dem Gericht in Belmarsh vorgeführt. Haroon Rashid Aswat (30) bleibt zunächst bis zum 11. August in Haft. In London wird jetzt über seine Auslieferung an die USA entschieden. Die dortigen Behörden werfen Aswat vor, er habe 1999/2000 mit anderen versucht, ein Terrorausbildungslager im US-Bundesstaat Oregon aufzubauen. Aswat soll Medienberichten zufolge etwa zwei Wochen vor den Anschlägen vom 7. Juli nach Großbritannien eingereist und nur Stunden vor den Explosionen wieder ausgereist sein. Aus Sambia hatte es zudem geheißen, Aswat habe kurz vor den tödlichen Terroranschlägen in London am 7. Juli mit den Selbstmordattentätern telefoniert. Die britische Polizei hat Aswat noch nicht im Zusammenhang mit den Londoner Anschlägen vom 7. Juli erwähnt.

Maßnahmen gegen "Hassprediger"

Mißtrauen wächst

Nach wie vor gelten in London scharfe Sicherheitsvorkehrungen

Omar wurde als erster der drei mutmaßlichen Urheber der fehlgeschlagenen Anschläge am 26. Juli in Birmingham festgenommen. Muktar Said Ibrahim und Ramsi Mohammed wurden am 29. Juli im Rahmen einer spektakulären Antiterroraktion der Londoner Polizei gefasst. Im Fall einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft.

Im Laufe der Woche sollten in London außerdem hochrangige Gespräche darüber beginnen, ob so genannte Hassprediger in Großbritannien im Rahmen bestehender Gesetze wegen Landesverrates angeklagt werden könnten. Dies zielt gegen die islamische Geistlichen Omar Bakri Mohammed, Abu Izzadeen und Abu Uzair, die sich in Fernsehinterviews geweigert hatten, die Selbstmordanschläge von London zu verurteilen und die Attentäter teils gepriesen und als "Fantastic Four" bezeichnet hatten. (stu)

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