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Politik

Mutmaßliche Bombe war nur ein Testkoffer

Die deutsche Polizei geht davon aus, dass die schärferen Sicherheitskontrollen noch bis Ende des Jahres aufrechterhalten werden. Der mutmaßliche Bombenkoffer aus Namibia entpuppte sich derweil als Attrappe.

Koffer vor Flugzeug (Foto: Fotolia)

Die Bürger in Deutschland müssen sich nach Einschätzung der Polizei noch mindestens bis zum Jahresende auf verschärfte Sicherheitskontrollen einstellen. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", man gehe davon aus, dass der Ausnahmezustand mindestens bis zum Jahresende anhalte. In vielen Städten seien den Polizisten ihre für Dezember geplanten Urlaube und freien Tage bereits gestrichen worden.

Nach Ansicht des Chefs der Bundespolizei, Matthias Seeger, ist die Anschlagsgefahr derzeit größer als je zuvor. Seeger sagte der "Bild"-Zeitung: "Auf einer Skala von eins - keine Gefahr - bis zehn - akute Anschlagsgefahr - liegen wir im Moment bei neun."

Entwarnung aus Windhuk

Zumindest, was den am Flughafen in Windhuk sichergestellten Koffer angeht, konnten die Sicherheitsbehörden Entwarnung geben. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte am Freitag (19.11.2010), bei dem Gepäckstück habe es sich um eine ungefährliche Attrappe gehandelt. Es sei ein sogenannter Realtestkoffer eines US-amerikanischen Herstellers gewesen, sagte der CDU-Politiker. Sprengstoff habe er nicht enthalten. Offen sei noch, an wen der Koffer von der Firma verkauft worden sei und wer ihn in den Flughafen gebracht habe.

Thomas de Maizière (Foto: AP)

Thomas de Maizière: Es war nur ein Testkoffer

Dass möglicherweise deutsche Sicherheitsbehörden daran beteiligt waren, wollte de Maizière am Nachmittag nicht ausschließen: "Auch das wird Gegenstand von Ermittlungen sein", sagte er. Diese waren offenbar bereits wenige Stunden später soweit vorangebracht, dass der Minister seine Aussage widerrufen lassen konnte. Es habe sich bei der Bombenattrappe nicht um einen von deutschen Sicherheitsbehörden durchgeführten Test gehandelt, teilte das Ministerium mit. Das Gepäckstück, das üblicherweise dazu dient, Sicherheitskontrollen zu testen, war am Mittwochabend in Windhuk vor dem Abflug einer Air-Berlin-Maschine nach München sichergestellt worden. Es enthielt eine Batterie, einen Zünder und eine laufende Uhr.

Wer hat den Koffer platziert?

Am Donnerstag war spekuliert worden, das Stück sei möglicherweise von einem staatlichen Sicherheitsdienst eingesetzt worden, um die Qualität der namibischen Kontrollen zu prüfen. Beamte des Bundeskriminalamts waren nach Namibia geflogen, um den Fall zu untersuchen.

Ungeachtet aller Terrorwarnungen appellierte de Maizière mehrfach an die Bürger in Deutschland, ihr normales Leben weiterzuführen. Es bestehe Anlass zur Vorsicht, aber nicht zur Panik. Es gebe keinen Grund, Fußballstadien, Weihnachtsmärkte, Kinos oder öffentliche Plätze zu meiden, sagte der Minister und hob hervor: "Wachsamkeit ist etwas anderes als Ängstlichkeit."

Autor: Martin Muno (dapd, dpa, afp)
Redaktion: Thomas Grimmer

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