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Aktuell Afrika

Mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen erschießen Franzosen im Jemen

Wieder greifen Extremisten im Jemen Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen an. Ein Franzose wird getötet, ein weiterer lebensgefährlich verletzt. Die Opfer arbeiteten als Sicherheitskräfte für die Europäische Union.

Die Bluttat ereignete sich im Diplomatenviertel Hadda in Jemens Hauptstadt Sanaa, wenige hundert Meter von der französischen Botschaft entfernt. Die beiden Franzosen saßen mit ihrem einheimischen Fahrer im Auto, als Bewaffnete aus einem Fahrzeug heraus das Feuer eröffneten. Der Wagen wurde von Kugeln durchlöchert. Der Getötete und sein bei dem Angriff lebensgefährlich verletzter Kollege arbeiteten für eine private Sicherheitsfirma, die Diplomaten und andere Mitarbeiter der EU-Vertretung in Sanaa schützen soll. Der jemenitische Fahrer wurde ebenfalls verletzt.

Hollande verspricht Aufklärung

Frankreichs Präsident Francois Hollande sprach von einem feigen Angriff. Seine Regierung werde alles tun, damit die Täter bald identifiziert und die Umstände des Mordes geklärt seien, betonte er in Paris. Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, wies darauf hin, dass die Anwesenheit der EU-Mitarbeiter im Jemen einzig den Zweck habe, das Land auf seinem Weg zu mehr Demokratie und wirtschaftlicher Entwicklung zu unterstützen. Sie sprach von einer "grausamen und sinnlosen" Tat. Gleichzeitig forderte Ashton die Regierung in Sanaa auf, alles für die Wiederherstellung der Sicherheit im Land zu tun.

Das Fahrzeug, in dem die Franzosen saßen (Foto: rtr)

Das Fahrzeug, in dem die Franzosen saßen

Erst im April war in Sanaa in der Nähe der deutschen Botschaft ein Auto mit deutschen Diplomaten angegriffen worden. Einer von ihnen wurde durch Schüsse verletzt, als die Diplomaten ihren Angreifern, die sie möglicherweise entführen wollten, entkamen. Wenige Tage zuvor hatte ein Russe eine ähnliche Attacke abgewehrt und dabei seine beiden Angreifer erschossen. Im vergangenen Oktober wurde ein deutscher Sicherheitsbeamter der Botschaft in Sanaa getötet.

Al-Kaida hinter den Bluttaten?

Hinter den Angriffen auf Ausländer wird die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) vermutet. Die jemenitische Armee sprach in den vergangenen Tagen von Erfolgen im Kampf gegen Al-Kaida-Terroristen in der Provinz Schabwa. So seien bereits mehr als 50 mutmaßliche Terroristen getötet worden.

Wenige Stunden vor dem Angriff auf die Franzosen hatten Unbekannte in Sanaa einen Offizier der Armee erschossen. Andernorts in der Hauptstadt detonierte ein Sprengsatz neben einem Militärfahrzeug.

se/ml (afpe, rtre, dpa)