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Top-Thema – Podcast

Muslime in den USA

Muslime sind in den USA gut integriert. Dennoch werden sie immer häufiger mit Vorurteilen konfrontiert. Dazu tragen auch die Medien bei: Diese berichten vor allem über die extremistischen Gruppen des Islams.

Eine Umfrage in den USA hat ergeben, dass 66 Prozent der Amerikaner gegen den Bau eines muslimischen Begegnungszentrums in der Nähe des Ground Zero sind. Dass es in der gleichen Straße viele Nachtclubs und Bars gibt, ist laut Umfrage egal. Dies begründeten die Befragten damit, dass die Bars nichts mit den Terroristen zu tun haben, die das World Trade Center zerstörten.

Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 sind viele Amerikaner besorgt, wenn sie an den Islam denken, meint Jim Kolbe, Experte für Einwanderung. Er erklärt: "Wenn es um Menschen geht, die sie kennen, dann haben sie kein Problem damit. Aber wenn sie Dinge hören, die sie fälschlicherweise mit dem Islam verbinden, dann haben manche einen schlechten Eindruck davon." Kolbe glaubt, dass die Amerikaner nicht islamfeindlich sind. Trotzdem haben 49 Prozent der Bürger eine negative Meinung zu dieser Weltreligion.

Dr. John Esposito, Direktor des Instituts für arabische und islamische Studien an der Universität von Georgetown, glaubt, dass dies zum großen Teil an der Art der Berichterstattung in den amerikanischen Medien liegt. Laut Esposito wird über den Islam meist in einem Atemzug mit Extremisten berichtet. Moderatoren, Priester und christliche Hardliner betreiben seiner Meinung nach islamfeindliche Hetze.

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation sucht man Sündenböcke und findet sie unter den Muslimen. Eine hohe Arbeitslosigkeit verstärkt die negative Stimmung in der Bevölkerung, sagt der Politikprofessor Muqtedar Khan. Doch er sieht auch Positives in der Diskussion um den Islam: So stellten sich nicht nur US-Präsident Obama und die Außenministerin, sondern auch als islamfeindlich bekannte Politiker und TV-Moderatoren gegen die Koranverbrennung. Diese hatten christliche Konservative zum 11. September 2010 geplant.

Glossar

integriert sein – hier: Teil einer Gesellschaft sein

mit etwas konfrontiert werden – einer Sache so begegnen, dass Probleme entstehen

Medien, die (Plural) – Fernsehen, Zeitungen, Radio und Internet

extremistisch – so, dass jemand seine Ansichten mit Gewalt durchsetzen möchte

Umfrage, die – die Untersuchung, bei der viele Menschen die gleichen Fragen gestellt bekommen

Ground Zero, der (englisch) – das Grundstück des ehemaligen World Trade Centers

Terrorist/in, der/die – jemand, der mit Gewalt für etwas kämpft

Terroranschlag, der – ein gewaltsamer Angriff mit politischem Ziel

fälschlicherweise – so, dass etwas nicht richtig ist

-feindlich – so, dass man gegen etwas ist; so, dass man etwas stark ablehnt

Berichterstattung, die – das, was die Presse über etwas oder jemanden schreibt

in einem Atemzug – so, dass etwas mit etwas anderem gleichgesetzt wird; gleichzeitig

Moderator/in, der/die – jemand, der im Fernsehen oder Radio durch das Programm führt

Hardliner/in, der/die (aus dem Englischen) – jemand, der nur seine (meist extreme) Meinung für richtig hält

Hetze betreiben – Schlechtes sagen, um Hass gegen jemanden/etwas zu erzeugen

Sündenbock, der – jemand, der für etwas die Schuld bekommt, das er nicht gemacht hat (jemanden zum Sündenbock machen)

Koran, der – die heilige Schrift des Islam

sich gegen etwas stellen – gegen etwas sein; etwas ablehnen

Konservative, der/die – hier: ein Politiker mit traditionellen Ansichten

Fragen zum Text

1. Seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 …

a) dürfen in den USA keine muslimischen Begegnungszentren gebaut werden.

b) gibt es am Ground Zero Nachtclubs und Bars.

c) haben viele Amerikaner einen schlechten Eindruck vom Islam.

2. Welche Antwort ist nicht richtig? "Die Islamfeindlichkeit in den USA wird durch … verstärkt."

a) die schlechte wirtschaftliche Situation

b) Umfragen in der Bevölkerung

c) die Berichterstattung in den Medien

3. Viele US-Politiker …

a) stellen sich gegen konservative TV-Moderatoren.

b) sind gegen eine Berichterstattung über den Islam.

c) kritisierten die geplante Koranverbrennung im Jahr 2010.

4. Wer jemandem unberechtigt die Schuld für etwas gibt, …

a) macht ihn zum Sündenbock.

b) ist ein Konservativer.

c) gilt als Hardliner.

5. Viele Amerikaner haben negative Ansichten über den Islam. Manche von ihnen nennen Muslime und Terroristen sogar in …

a) einer Meinung.

b) einer Diskussion.

c) einem Atemzug.

Arbeitsauftrag

Finden Sie jeweils Wörter, die das Gegenteil der folgenden Ausdrücke bedeuten, und bilden Sie Sätze mit allen Ausdrücken.

1) etwas kritisieren

2) gegen etwas sein

3) demokratiefeindlich sein

4) eine negative Meinung zu etwas haben

5) ein Problem mit etwas haben

6) einen schlechten Eindruck von etwas haben

Autor/in: Christina Bergmann/Lukas Völkel

Redaktion: Shirin Kasraeian

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