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Top-Thema – Podcast

Muslime fürchten anti-islamische Stimmung

In Syrien und im Irak mordet die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Namen Allahs. Deutsche Muslime sind empört. Und sie haben Angst vor einer anti-islamischen Stimmung in Deutschland.

Audio anhören 02:24

Muslime fürchten anti-islamische Stimmung – das Top-Thema als MP3

Meral Sahin sitzt zwischen bunten Papieren und Stoffen in einem Dekorationsgeschäft in der Kölner Keupstraße. Hier und in den Nachbarstraßen leben sehr viele Türken. Im Juni 2014 jährte sich hier zum zehnten Mal ein Bombenanschlag, den eine rechtsradikale Gruppe verübt hatte. 22 Menschen wurden damals verletzt, vier davon schwer. Die Polizei hatte zunächst vermutet, dass die Attentäter Ausländer sind.

Zum Gedenken an die Tat gab es im Sommer ein großes Kulturfest. 70.000 Menschen feierten den ganzen Tag lang gemeinsam, und Politiker und Sozialarbeiter sprachen über Integration und Solidarität und den gemeinsamen Kampf gegen Rechtsradikale. Damals kam auch Bundespräsident Joachim Gauck, schritt neben Meral Sahin durch ihre Straße und besuchte die Moschee in einem Hinterhof.

Aber jetzt macht sich Meral wieder Sorgen, diesmal über das Vordringen der Terrormiliz des Islamischen Staats im Nord-Irak und in Syrien. „IS hat mit Religion nichts zu tun“, sagt sie. „Das sind Terroristen, die Allahs Namen missbrauchen!“

Meral Sahin weiß nicht, ob die Menschen in Deutschland zwischen friedliebenden Muslimen und gewalttätigen Islamisten unterscheiden. Sie hofft es, aber sie hat Angst vor Entfremdung. Auch eine Passantin mit türkischen Wurzeln und deutschem Pass sagt: "Wir fürchten, dass wir mit den Terroristen in einen Topf geworfen werden. Dass nicht geschaut wird, dass diese Menschen keine Muslime sind, sondern Mörder."


Glossar

anti-islamisch – feindlich gegenüber Muslimen

morden – einen Mord begehen; jemanden töten

Miliz, -en (f.) – hier: eine Gruppe, die wie Soldaten kämpft

empört – wütend

Dekorationsgeschäft, -e (n.)ein Geschäft mit schönen Sachen für die Wohnung

sich jähren – an diesem Tag vor ein oder mehreren Jahren passiert sein

einen Anschlag verüben – der Versuch, jemanden zu töten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (meist aus politischen Gründen)

rechtsradikal – nationalistisch, ausländerfeindlich

Attentäter, - (m.) – jemand, der einen → Anschlag verübt

Gedenken (n., nur Singular)etwas, das an einen Toten oder ein Verbrechen erinnern soll

Integration (f., nur Singular) – die Bildung einer Gemeinschaft mit Menschen verschiedener Kulturen und Herkunftsländern

Solidarität (f., nur Singular) – das Zusammenhalten von Personen; die gegenseitige Unterstützung

schreiten – mit langsamen Schritten gehen, zum Beispiel bei einer Hochzeit

Hinterhof, -höfe (m.) – der Hof hinter dem Haus

vor|dringen – nach vorne gehen; sich ausbreiten; hier: Gebiete mit Gewalt erobern

missbrauchen – jemanden oder etwas benutzen und ihm dabei schaden

friedliebend – ohne Gewalt, den Frieden nicht stören wollen

gewalttätig – so, dass man Gewalt verwendet

Entfremdung (f., nur Singular) – die Störung der Beziehung zu jemandem

Wurzel, -n (f) – hier: die Herkunft; die Herkunft der Familie

alle/s in einen Topf werfen – umgangssprachlich für: zwei verschiedene Dinge so behandeln, als wären sie eins


Fragen zum Text

Was steht nicht im Text?
a) Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ behauptet, dass sie so handelt, wie die Allah das will.
b) In der Kölner Keupstraße wohnen mehr Deutsche als Türken.
c) Bundespräsident Joachim Gauck ist schon einmal in der Keupstraße gewesen.

2. Was stimmt?
a) Der Bombenanschlag in der Keupstraße wurde von Ausländern verübt.
b) Eine rechtsradikale Gruppe hat den Anschlag in Köln geplant.
c) Ein verrückter Mann hat in der Keupstraße eine Bombe gelegt.

3. Meral Sahin hat Angst, dass …
a) niemand in ihrem Dekorationsgeschäft einkauft.
b) die Deutschen glauben, dass alle Muslime gleich sind.
c) die Moschee in der Keupstraße bald zumacht.

4. Welche Vergangenheitsform ist richtig?
a) Die Polizei verhaftete den Attentäter, nachdem er die Bombe gelegt hatte.
b) Die Polizei verhaftete den Attentäter, nachdem er die Bombe legte.
c) Die Polizei verhaftete den Attentäter, nachdem er die Bombe gelegt hat.

5. Wie heißt der Satz im Plusquamperfekt? Die Attentäter verüben einen Anschlag.
a) Die Attentäter haben einen Anschlag verübt.
b) Die Attentäter hatten einen Anschlag verübt.
c) Die Attentäter verübten einen Anschlag.


Arbeitsauftrag
Gibt es viele Muslime in eurem Land? Oder leben bei euch mehr Christen oder Buddhisten? Diskutiert darüber, warum unterschiedliche Konfessionen oft Vorurteile gegen die anderen haben. Was kann man dagegen tun?

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