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Aktuell Welt

Muslimbrüder in Ägypten demonstrieren weiter

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen islamistischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in Ägypten mindestens fünf Menschen getötet worden. Unter den Opfern ist auch eine Journalistin.

Die Fotografin Majada Aschraf wurde durch einen Kopfschuss getötet, als sie in einem Außenbezirk der Hauptstadt Aufnahmen von schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Sicherheitskräften und bewaffneten Zivilisten gemacht habe, meldete das Online-Nachrichtenportal "ahram". Wer für den Tod der Reporterin verantwortlich ist, ist unklar.

Nach Berichten von Augenzeugen bargen islamistische Demonstranten den Leichnam der 23-Jährigen. Dies könnte daraufhindeuten, dass die tödlichen Schüsse von der Polizei oder anderen Bewaffneten gekommen seien. Häufig beteiligen sich Kleinkriminelle und Geheimdienstmitarbeiter in Zivil mit Schusswaffen an der Niederschlagung von Protesten gegen die Regierung. Sie kooperieren dabei mit der Polizei. Das Innenministerium machte islamistische Anhänger des vom Militär gestürzten Staatschefs Mohammed Mursi für das Blutvergießen verantwortlich. Ein Demonstrant sagte der Nachrichtenagentur AFP hingegen, die Polizei habe scharf auf die Menschenmenge geschossen.

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Ägypten: Armeechef will Präsident werden (27.03.2014)

Protest auch gegen al-Sisi

In mehreren ägyptischen Städten waren am Freitag wieder Anhänger Mursis und der verbotenen Muslimbruderschaft aus Protest gegen die vom Militär gestützte Regierung auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen richteten sich aber auch gegen Abdel Fattah al-Sisi, der am Mittwoch als Armeechef zurückgetreten war, um für das Präsidentenamt kandidieren zu können. Unter Al-Sisis Führung hatte das Militär im Juli den aus den Muslimbruderschaft stammenden Mursi gestürzt.

Landesweit Ausschreitungen

Neben den Todesopfern wurden bei Ausschreitungen nach Angaben des Gesundheitsministeriums landesweit 17 Menschen verletzt, die meisten von ihnen in Kairo. Im Arbeiterviertel Helwan und in Fajum südwestlich der Hauptstadt feuerten Demonstranten Schrotmunition ab, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena meldete. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Nach ihren Angaben wurden sie von Demonstranten auch mit Molotow-Cocktails und Steinen beworfen.

Auch in Alexandria ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor. In der Hafenstadt Port Said zündete die aufgebrachte Menge ein Porträt al-Sisis an. In der nördlichen Provinz Beheira bildeten Anhänger Mursis eine mehrere Kilometer lange Menschenkette. Landesweit wurden laut Sicherheitskräften mindestens 38 Demonstranten festgenommen.

Al-Sisi, der eigentliche starke Mann Ägyptens, gilt als haushoher Favorit für die kommende Präsidentenwahl. Ein Termin für sie steht noch nicht fest. Die Wahl soll aber noch vor dem Sommer stattfinden. In Kairo und Alexandria demonstrierten Anhänger des früheren Feldmarschalls.

wl/det (dpa,afp,rtr)

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