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Aktuell Welt

Muskelspiele im Ostchinesischen Meer

China, Japan und andere Anrainer-Staaten streiten schon seit langem um die unbewohnten Inseln im Ostchinesischen Meer. Nun haben auch die USA in den Konflikt eingegriffen - wenn auch eher als Aufpasser.

Die USA haben nach Angaben des Pentagon Militärflugzeuge in die zwischen China und Japan strittige Inselregion geschickt. Zwei unbewaffnete Maschinen hätten die Inseln im Ostchinesischen Meer am Dienstag überflogen. Sie heißen auf japanisch Senkaku, China nennt sie Diaoyu-Inseln. Die Mission sei seit langem geplant gewesen, teilte Pentagonsprecher Thomas Crosson weiter mit. Es habe keine Zwischenfälle gegeben.

Crosson bestritt, dass der Einsatz in Zusammenhang mit dem aktuellen japanisch-chinesischen Konflikt in der Region stehe. Er wollte einen Bericht des "Wall Street Journal" nicht bestätigen, wonach es sich bei den Militärflugzeugen um B-52 Bomber handelte. In dem Bericht hieß es auch, dass die US-Militärs Peking zuvor nicht über den Einsatz unterrichtet hätten. Von Seiten der Volksrepublik hieß es lediglich, die US-Militärflugzeuge seien "beobachtet und identifiziert" worden.

Ein Sprecher von US-Präsident Barack Obama forderte unterdessen China und Japan auf, den Streit diplomatisch zu lösen. Das Verhalten der Volksrepublik spitze die Lage unnötig zu. Die Inseln liegen etwa 350 Kilometer vom chinesischen Festland und 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa entfernt. Dort sind die USA mit zahlreichen Stützpunkten und tausenden Soldaten vertreten

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ein B-52-Bomber(Foto: Getty Images)

Laut "Wall Street Journal" wurden B-52 Bomber in die Inselregion geschickt

China und Japan streiten seit langem über die unbewohnte Inselgruppe, die praktisch unter japanischer Verwaltung steht. Die Gegend gilt als fischreich. Außerdem werden im Meeresboden reiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Japan betreibt in dem Seegebiet seit den 60er Jahren seine eigene Luftverteidigungszone.

China hatte am Wochenende seine Luftverteidigungszone in das Seegebiet ausgeweitet. Japan wies dies scharf zurück und warnte vor einer Eskalation. Die Errichtung einer Luftverteidigungszone sei ein "einseitiger Versuch, den Status quo im Ostchinesischen Meer mit Gewalt zu ändern, und wird die Lage weiter eskalieren", sagte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in Tokio. Zuvor hatte das Außenministerium den chinesischen Botschafter einbestellt, um seinen Protest vorzutragen.

Der chinesche Flugzeugträger Liaoning (Foto: Getty Images)

Offiziell auf "Trainingsfahrt": der chinesche Flugzeugträger "Liaoning"

Japans Airlines sollen Chinas Anweisungen ignorieren

Japans Regierung rief zudem heimische Fluglinien auf, Pekings neue Regeln zu ignorieren. Zuvor hatten Japan Airlines und All Nippon Airways (ANA) ihre Flugpläne an Chinas Behörden übermittelt. Beide Fluggesellschaften wollen die Angelegenheit prüfen, betonten aber, der Sicherheit der Passagiere absoluten Vorrang einzuräumen. In der neu errichteten "Identifikationszone zur Luftverteidigung" verlangt China seit Samstag, dass sich ausländische Flugzeuge zu erkennen geben und den Anweisungen seiner Luftwaffe folgen. Ansonsten drohen ihnen nicht näher beschriebene militärische Gegenmaßnahmen.

Als Demonstration seiner militärischen Stärke entsandte China seinen Flugzeugträger "Liaoning" zu einer "Trainingsfahrt" ins Südchinesische Meer, wo die Volksrepublik auch mit anderen Nachbarn um Inselgruppen streitet. Das Pekinger Außenministerium verteidigte die Ausweitung des militärischen Luftraumes und bekräftigte den Hoheitsanspruch auf Inseln.

sti/dh (afp, dpa, rtr)

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