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Musik

Musiktraining auf YouTube

Schminktipps, sprechende Tiere und Anleitungen zum Hausbau; es gibt kaum etwas, das nicht bei YouTube zu finden ist. Dass man auch mit dem Thema Musiktheorie erfolgreich sein kann, beweist der Kanal "Musiktraining.de".

Klaus Kauker sitzt in Hemd und Jeans vor seinem Mischpult, neben sich PC und Flügel. Locker erzählt er in die Kamera, wie die Tasten eines Klaviers aufgebaut sind, was ein Intervall ist oder wie man am besten einen Rhythmus erfasst.

Damit angefangen hat der 24-Jährige, als er sich für die Aufnahmeprüfung im Fach Komposition an der Musikhochschule Essen vorbereiteten musste. Was er in der Literatur fand, war seiner Meinung nach relativ trocken, und im Internet gab es kaum Angebote in diese Richtung. Kurz darauf stellte er selbst die ersten Videos online, erklärt den Internetusern seitdem musikalische Grundbegriffe oder analysiert populäre Popsongs.

Unterricht am PC

Kaukers Kanal "Musiktraining.de" auf YouTube hat dem Studenten nicht nur rund zwei Millionen Klicks eingebracht, sondern auch den Online-Award 2012 des Grimme-Instituts. Beim Publikums-Voting kam er auf Platz zwei, mit nur 35 Stimmen hinter dem Sieger, der "Tagesschau-App".

Klaus Kauker am Klavier (Foto:musiktraining.de)

Der Kompositionsstudent zeigt, wie man richtig in die Tasten haut

Kaukers Publikum ist sehr gemischt und wechselt je nach Thema. Etliche Abonnenten seines Kanals sind zwischen 13 und 17 Jahre alt, aber es gibt auch viele ältere Nutzer. Gerade die Generation 60 plus ist seiner Erfahrung nach dankbar für das musikalische Angebot im Internet. Denn die Hürde, sich im Wohnzimmer an das Klavier zu setzen und ein paar erste Gehversuche zu machen, ist deutlich niedriger, als sich an einer Musikschule anzumelden.

Qualität statt Kätzchen

Bei seinen Filmclips legt Klaus Kauker Wert auf gute Qualität; er zeichnet in HD (High Definition)  auf. Mittlerweile hat er auch gelernt, worauf es bei einem guten YouTube-Video ankommt. "Es ist sehr frappierend zu beobachten, dass zum Beispiel Kätzchen auf dem Schoß gehalten werden, weil die Leute das süß finden", sagt er. "Da kann ich eigentlich nur vor warnen, weil man damit suggeriert, der Inhalt habe das nötig." Und was die Themen betrifft, greift Klaus Kauker gerne die Anregungen seiner Nutzer auf. So analysiert er beispielsweise den offiziellen Olympia-Song 2012.

Klaus Kauker (Foto:musiktraining.de)

Kauker freut sich über den Grimmepreis

Das Lied, das er im Stil eines "Deutschland sucht den Superstar"-Siegertitels komponiert hat, wurde rund einen halbe Million Mal angeklickt. Was so einen DSDS-Song auszeichnet, dazu gibt er in einem weiteren Video eine ausführliche Anleitung.

Der "Musikpolizist"

Auch das ein oder andere Plagiat hat Klauker in seinem Blog schon aufgedeckt. Oder er enthüllt das Prinzip, nach dem ein ZDF-Kandidat scheinbar erkennen konnte, welche Geige innerhalb eines Orchesters gerade aussetzt.

Vor allem für solche gut recherchierten Themen hat Klaus Kauker in diesem Jahr den Online-Award des Grimme-Instituts verliehen bekommen. Das motiviert ihn natürlich besonders, weiter zu machen und an seinem Profil zu arbeiten. "Es haben viele Leute von außen drauf geguckt und mir gesagt, wo wirklich die Qualitätspunkte liegen", sagt er. "Das hat mir sehr geholfen, meine Richtung zu finden."

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