Musikpreis Echo wird abgeschafft | Musik | DW | 25.04.2018
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Musik

Musikpreis Echo wird abgeschafft

Den Musikpreis Echo wird es künftig nicht mehr geben. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie in Berlin mit. Er reagierte damit auf die Kontroverse um die Preisvergabe an die Rapper Kollegah und Farid Bang.

Man wolle "keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird", erklärte der Bundesverband Musikindustrie in Berlin. Das um die diesjährigen Preisverleihung "herum Geschehene", wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich "ein solcher Fehler" künftig nicht wiederhole. Die Marke "Echo" sei stark beschädigt worden. Ein "vollständiger Neuanfang" sei notwendig.

Ausgelöst wurde die Debatte vor allem von der Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang. Die beiden wurden für ein als judenfeindlich kritisiertes Album mit dem Echo geehrt. Es enthält Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen".

Echo 2018 Kollegah und Farid Bang (picture-alliance/dpa/J. Kalaene)

Umstrittene Preisträger: Die Rapper Farid Bang (links) und Kollegah

Welle der Kritik

Die Auszeichnung löste eine Welle der Kritik aus. Etliche Künstler kündigten an, ihre Trophäen zurückgeben, darunter Marius Müller-Westernhagen und die Dirigenten Daniel Barenboim und Christian Thielemann mit ihren Orchestern.

Erst am Dienstag (24.04.) hatte auch der der französische Geiger Renaud Capuçon angekündigt, seine Echos aus Kritik an der Auszeichnung der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang zurückzugeben. Er wolle damit gegen die Vergabe dieses Preises an eine Rap-Gruppe protestieren, "deren Texte rassistisch, antisemitisch und der Menschenwürde unwürdig sind", so Capuçon. Jede Kunstform müsse der Versöhnung zwischen den Völkern und dem Dialog zwischen den Kulturen dienen. Capuçon war mehrfach mit dem Echo Klassik ausgezeichnet worden.

kk/ka (DPA/KNA)

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